Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde19 (1913) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
Jahrgang 
19 (1913) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Mitteilungen aus dem Verein und dem k. k. Museum für österr. Volkskunde. 259

b) K. k. Museum für österreichische Volkskunde.

1. Vermehrung der Sammlungen.

Ethnographische Hauptsammlung.

Dank der vorerwähnten großherzigen Unterstützung durch Herrn Philipp Ritterv. Schoeller konnte im heurigen Jahr in umfassendem Stil an die Erwerbung ent-sprechender Repräsentanten des bäuerlichen Mobiliars in Tirol, Vorarlberg, Salzburg unddem Egerlande in seinen volkskünstlerisch bedeutungsvollsten Typen gedacht werden.Weiters erfolgte die Erwerbung einer größeren Zahl( 11) vollständiger alter Trachten ausTirol, Oberösterreich und Böhmen. Als weitere interessante Erwerbung darf ein sogenannter Palmésel aus Hallstatt( 16. Jahrh.) angeführt werden, wobei Herr Ausschußrat DoktorR. Heller in Salzburg freundlichste Beihilfe geleistet hat. Größere Bereicherung erfuhrenauch die Bestände aus Istrien und Dalmatien. Dank der munifizenten Unterstützung durchdas hohe k. k. Ministerium für Kultus und Unterricht konnte der Grundstock zu einerüberaus interessanten ethnographischen Sammlung aus Albanien beschafftwerden. Aus den uns von Herrn Dr. R. Trebitsch insbesondere auch für die euro-päische Vergleichssammlung zur Verfügung gestellten reichlichen Mitteln wurden die Kostender Aufsammlung einer außerordentlich lehrreichen und schönen Kollektion ausSavoyen und Graubünden bestritten, welche durch eine im Universitätsseminar desMuseumsdirektors ausgebildete junge Ethnographin, Fräulein stud. Eugenie Goldstern, inmehreren Hochtälern Savoyens und Graubündens mit besonderem Eifer zusammengebrachtworden ist. Außerdem wurden für die Balkansammlung zwei mazedonische und einbulgarisches Kostüm erworben. Herr Generalkonsul a. D. Karl v. Pe ez stellte derDirektion seine tatkräftige Unterstützung bei der künftigen Ergänzung der ethnographischenSammlung aus den Balkanländern in Aussicht. Durch Vermittlung des TroppauerKaiser Franz Josef- Museums gelangte unsere Sammlung in den Besitz einerum die Mitte des 19. Jahrhundertes gearbeiteten schlesischen Weihnachtskrippe vonbedeutendem volkskünstlerischen Interesse. Die Zahl der seit dem letzten Ausweise neu-erworbenen Gegenstände beträgt 1268, daher der gesamte Zuwachs im Jahre 19132230 Nummern.

Für sehr willkommene Geschenke sind wir zu verbindlichem Danke verpflichtet:Herrn Direktor Gustav Funke, Frau M. Pittner, Direktor K. Paulmich in Imst,Arch. Müller, Frau Kath. Rieß in Fusch, A. Ritter v. Walcher.

Photographien und Bilder.

Der Zuwachs an Photographien betrug seit dem letzten Ausweis: 425 Nummern,an Abbildungen: 537 Nummern, darunter Geschenke von A. Wolfram, DirektorG. Funke, Verlag Promberger in Olmütz und anderen.

Bibliothek.

Zuwachs außer den Fachzeitschriften 90 Nummern.

2. Museumsarbeiten.

Durch das dankenswerte Entgegenkommen des löblichen Stadtrates und durch die gütigeVerwendung des Herrn Stadtrates H. A. Schwer und des Herrn Bezirksvorstehers der Josef-stadt Johann Bergauer erhielt das Museum drei große und gut beleuchtete Depoträumeim Gemeindehause des VIII. Bezirks zugewiesen, in welchen die überaus zahlreichen Er-werbungen dieses Jahres, die in den derzeitigen Museumsräumlichkeiten absolut nichtmehr unterzubringen waren, vorläufig aufbewahrt werden. Im Zusammenhang mit diesenumfangreichen Abtransportierungen wurde auch ein freilich nur kleiner Teil der Reserve-sammlungen ebendahin übertragen. Die im Sommer 1913 im Grödener Tale erworbenenreichen Sammlungen Grödener Schnitzereien und Hausindustrieerzeugnisse wurden inVerbindung mit einer großen Leihkollektion verwandter Art aus dem k. k. TechnologischenGewerbemuseum in Wien zu einer Sonderausstellung vereinigt. Diese Samm-