184 Österreichische Zeitschrift für Volkskunde
LXVI/ 115, 2012, Heft 1+ 2
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beschränkt auf ein einziges Motiv, etwa auf das Thema der Groteskeund des Grotesken, das für Schmidts Werk so die Behauptungbezeichnender ist, als man zunächst erwarten und meinen mag. DieBetrachtung des Grotesken( als eines> Lebens in überlieferten Unord-nungen) könnte auch dazu anreizen, an der Groteske die Schmidt'scheThese der Gestaltheiligkeit zu überprüfen – also die These, dass alleinschon die Gestalt oder äußere Form einer kulturellen Objektivation be-sondere Bedeutung habe[ vgl. Aufsatz in diesem Heft S. 3-53].Margot Schindler
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Wissenschaftspreis des Landes Vorarlberg 2012.
Laudatio für Reinhard Johler und Bernhard Tschofen¹
Bei der Vergabe des Wissenschaftspreises des Landes Vorarlberg 2012hat die Jury in mehrerlei Hinsicht Neuland betreten und darüber hin-aus eine Art wissenschaftliches Kuriosum gewürdigt.
Zum ersten Mal in der nunmehr schon zwölfjährigen Geschichtedes Preises kam jene Disziplin zum Zug, die dereinst gemeinhin Volks-kunde hieẞ, sich nach einer intensiven Phase der Neuorientierung jenach Standort nun Europäische Ethnologie, Kulturanthropologie, Em-pirische Kulturwissenschaft, Vergleichende Kulturwissenschaft odereben doch Volkskunde nennt.
Zum ersten Mal kürte die Jury zwei Preisträger: die ProfessorenReinhard Johler und Bernhard Tschofen. Sie stammen beide aus Vor-arlberg, vertreten beide dasselbe Fach, sind beide Lehrstuhlinhaber amLudwig- Uhland- Institut für Empirische Kulturwissenschaft der Eber-hard Karls Universität Tübingen und sind- was im Wissenschaftsbe-trieb als bemerkenswerte Ausnahme gelten kann nicht verfeindet!
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Die Wahl fiel nicht schwer: Das Tübinger Ludwig- Uhland- Insti-tut ist eine in der Tat exzellente Adresse, aufs engste verbunden mitdem Namen Hermann Bausinger, einem der führenden Köpfe derdeutschen Nachkriegsvolkskunde, der mit seinem» Abschied vom
1 Laudatio gehalten am 16. April 2012 in Bregenz, Landhaus.