194 Österreichische Zeitschrift für Volkskunde
LXVI/ 115, 2012, Heft 1+ 2
Museums? Wer ist eingeladen zu partizipieren? Wer bestimmt dieSpielregeln? Welche Wünsche von externen KuratorInnen gibt es andie Institutionen? Und zentral bei dieser Tagung: Was heißt Partizi-pation für unterschiedliche Häuser? Die zwei Tage boten vor allem dieMikroperspektive verschiedener Museen und somit Einblick, inwie-weit Ideale einer Partizipation und Realität sich treffen. Die vorge-stellten Projekte haben in ihrer Vielschichtigkeit gezeigt, dass sich demBegriff der Partizipation nur unter Berücksichtigung des jeweiligenKontextes der praxeologischen Arbeit und des Ausstellungshauses zunähern ist.
Kathrina Dankl
Weltenmaschine Museum. Österreichischer Museumstag 2011,Graz, 24.- 26. November 2011
200 Jahre Universalmuseum Joanneum, die Neueröffnung des gleich-namigen Museumsviertels in Graz(» Joanneumsviertel«<) und Öster-reichischer Museumstag ein Großereignis. Genügend Gründe zum
Feiern?
Nein, denn abgesehen von einer guten Konzeption und Organisa-tion des Museumstages durch die Museumsakademie Joanneum( Bet-tina Habsburg- Lothringen und Team) erscheint Kritik angemessener.Die Tagung fand ausgerechnet im Grazer Volkskundemuseum statt,das nur wenige Wochen vorher in seinem Betrieb derart beschränktwurde, dass es einer Schließung gleich kommt. Diese Restrukturie-rungsmaßnahmen wurden aus Kostengründen gesetzt, offenbar warendie Besucherzahlen auch nicht überzeugend. BesucherInnen sind aberProdukt der Werbung wie auch der Willensbildung und Interessens-felder des jeweiligen Museumsmanagements. Wer das Grazer Volks-kundemuseum mit seiner Schausammlung und den stimmigen wieanregenden Konzepten Eva Kreissls, die dort die Sonderausstellungenin unterschiedlichen Formaten entwickelt, kennt, sah in der Vergan-genheit prospektive und qualitativ hochwertige Museumsarbeit, dienunmehr der Öffentlichkeit vorenthalten bleibt.