Jahrgang 
115 (2012) / N.S. 66
Seite
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Chronik der Volkskunde

marktwirtschaftliche Kommentare aus, sondern durch Wissen undAnteilnahme an der Rolle der Museen in der Gesellschaft. Diese un-terstrich die ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth in ihremEinführungsvortrag» Interkulturelle Bildung: Migration, Integrationund Museen«<. Sie kam auf Bildungsansätze bei Kindern und Jugendli-chen zu sprechen und stellte dabei prägnant und einfühlsam den Wertder>> kulturellen Bildung« als Grundlage für alle weiteren Lernschrittein das Zentrum ihrer Rede. Museen sind diese Orte für kulturelle Bil-dung. Zurück in Österreich stellt sich die Frage: Wird das auch hierverstanden und gelebt?

Matthias Beitl

Superstition

Dingwelten des Irrationalen.

16. bis 19. November 2011, Volkskundemuseum Graz

Vom 16. bis 19. November vergangenen Jahres wurde am Volkskunde-museum Graz das Phänomen des» Aberglaubens« verhandelt. Die An-führungszeichen deuten bereits darauf hin, was während der Tagungimmer wieder diskutiert werden sollte, dass nämlich die Schwierig-keiten bei der Beschäftigung mit der Thematik bereits bei der Be-grifflichkeit beginnen: Aberglaube, Magie, Superstition, Spiritualität,populäre Religion, Volksglaube und viele andere sind Bezeichnungenfür widerspenstige Handlungs-, Denk- und Empfindungssysteme.In der Vergangenheit und noch heute wurden und werden» aber-gläubische<< Vorstellungen und Praktiken mit( Ab-) Wertungen undZuschreibungen belegt, da sie sich etablierten Rationalitätskriterienwidersetzen. Wissenschaftliche Auseinandersetzungen jedoch müs-sen vorauseilende Urteile vermeiden, wenn sie ihren Forschungsge-genstand verstehen wollen. Die folgenden Ausführungen lassen dieTagung Revue passieren. Die Vorträge werden in chronologischerReihenfolge skizziert und im Anschluss daran die zentralsten Punkteder Diskussionen resümierend zusammengefasst.

Die Tagung markierte den Abschluss eines gleichnamigenForschungsprojektes des Grazer Volkskundemuseums in Kooperationmit dem Institut für Volkskunde und Kulturanthropologie an der

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