Literatur der Volkskunde
licher Kulturerbe- Diskussionen, die überaus lesenswert ist, zum Teilaber auch fragmentarisch bleibt. Denn auch wenn man der Diagnosevon Reinhard Johler zustimmt, dass Kulturerbe in» seine[ r] Intensität,aber auch seine[ r] Verlaufsrichtung von Fall zu Fall[...] doch zu un-terschiedlich und uneinheitlich«<( S. 44) ist, so lassen sich doch geradeaus Sicht der Europäischen Ethnologien bestimmte Strukturen, Re-gelmäßigkeiten und Dynamiken herauslesen, die über die Analyse vonEinzelfällen herausreichen wie beispielsweise die hier betrachtetenBeiträge mit Bezug auf UNESCO- Prozesse zeigen. Die Lektüre des» Erb.gut«<- Bandes bietet in dieser Hinsicht viel zu entdecken.
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Stefan Groth und Arnika Peselmann
Fernand Kreff, Eva- Maria Knoll, Andre Gingrich( Hg.):
Lexikon der Globalisierung.
Bielefeld: transcript Verlag 2011, 527 Seiten.
Es hat fast zehn Jahre gedauert, bis aus der ersten Idee zu einem Lexi-kon zum Thema Globalisierung ein fertiges Buch wurde. Dieses gehtzurück auf einen Forschungsschwerpunkt» Lokale Identitäten undglobale Einflüsse«, der in den Jahren 2001-2007 an der UniversitätWien verankert war, und versteht sich nicht nur als Fachglossar, son-dern auch als eine Antwort auf die Frage,» wie im Feld der Kultur- undSozialwissenschaften Ergebnisse der Grundlagenforschung[...] auchfür eine breitere Öffentlichkeit nutzbar und zugänglich gemacht wer-den könnten«<( S. 10). Nach Jahren akribischer Textarbeit- unter an-derem im Rahmen von zwei Workshops- liegt nun das» Lexikon derGlobalisierung«< im Bielefelder transcript Verlag vor. Entstanden ist einkapitaler Band, der nicht nur mit einer Perlenkette prominenter Auto-rinnen und Autoren glänzt, sondern sich schon von seiner durchdach-ten Anlage und thematischen Breite her als Standardwerk empfiehlt.Über das Globalisierungsthema hinaus ist hier sogar ein Handbuchentstanden, das als ein Kompendium aktueller Problemfelder der Sozi-al- und Kulturanthropologie gelesen werden kann und auch für die Eu-ropäische Ethnologie eine ausgezeichnete Arbeitsgrundlage darstellt.
Wie kann das mit dem Begriff» Globalisierung« angedeutete The-menspektrum auf gut 500 Seiten abgehandelt werden, ohne dass Ver-
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