Jahrgang 
115 (2012) / N.S. 66
Seite
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Geburtstag

Für den Kaiser bestimmt, im Museum verwahrt

Der Tschibuk, eine gerade Tabakspfeife mit der InventarnummerÖMV 85.939 ist in hervorragender Silberfiligrantechnik gearbeitet,teilweise vergoldet, mit Schmucksteinen besetzt und hat ein Mund-stück aus poliertem Holz.

Silberfiligranarbeit ist eine seit der Antike bekannte Goldschmie-detechnik, bei der feinste Silberfäden zu Seilen geflochten werden.Aus diesen Geflechten werden verschiedenste Gegenstände gefertigt.Dieser Tschibuk ist ein Prunkstück, er wurde nie benutzt. Das Bau-prinzip gleicht aber gewöhnlicheren, zum täglichen Gebrauch gedach-ten Tschibuks. Der zierliche Pfeifenkopf nimmt nur wenig Tabak auf.Angezündet wird dieser mit brennender Holzkohle. Unterhalb desPfeifenkopfes befindet sich eine kleine Rosette, die glühende Teile auf-fangen soll. Das winzige Mundstück erfordert kräftiges Ziehen, unddie geringe Menge Tabak bedingt einen sehr kurzen Rauchgenuss. Be-güterte Herren hatten einen Diener, der den Tschibuk trug und ihn beiBedarf reichte.

Die Direktorin Margot Schindler initiierte ein großes Digitali-sierungsprojekt am Österreichischen Museum für Volkskunde. Zieldieses Projektes ist, in Zukunft sämtliche Objekte online abrufbar zumachen. Die Metallsammlung betraf dies in besonderer Weise, da sieam Dachboden des Museums gelagert war und eine Überbringung derObjekte in ein geeigneteres Depot anstand. Im Zuge dieser Übersied-

Abb. 1 Tschibuk/ Tabakspfeife, Albanien, vor 1917,© ÖMV/ Peter Kainiz

ÖMV 85.939

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