Jahrgang 
115 (2012) / N.S. 66
Seite
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Geburtstag

Eine Fußschale» Bianchi di Faenza« aus der Westslowakei von 1629.Das älteste datierte Fayenceobjekt in der Keramiksammlung desÖsterreichischen Museums für Volkskunde

In den Jahren 2011/12 war das Volkskundemuseum Partner in einemvon der Europäischen Union geförderten Projekt mit dem AkronymTRA- KER( Tradition aus Ton Wege zur Wahrnehmung des kera-mischen Erbes/ Tradície z hliny- cesty za poznaním keramického de-dicstva). Margot Schindler unterstützte dieses Projekt von Beginn an.Ihre jahrzehntelangen Kontakte mit diversen slowakischen Institutio-nen sowie ihre positiven Erfahrungen, die sie aus einem EU- Projektin Zusammenarbeit mit dem Slowakischen Nationalmuseum schöpfenkonnte, waren für TRA- KER besonders wertvoll.

Das Projekt fand im Rahmen des bilateralen EU- Programms>> creating the future Programm zur grenzüberschreitenden Zusam-menarbeit Slowakei- Österreich 2007–2013« statt.' Im Verlauf wurdeder Bestand an westslowakischen Fayencen von wissenschaftlicherSeite neu bearbeitet und digitalisiert. Aus diesem Fundus entstand eineAusstellung mit dem Namen» Keramisches Erbe. Westslowakische Fa-yencen aus dem Österreichischen Museum für Volkskunde in Wien<<,die zwischen 18. Mai und 19. August 2012 als erste Ausstellung im neuerrichteten Museum der Slowakischen Keramikplastik, eine Depen-dance des Slowakischen Nationalmuseums Ľudovít Štur Museumin Modra, Slowakei, gezeigt wurde. Zu den Highlights der Sonder-schau zählte eine Schale auf hohem Fuß, die nach dem Vorbild derweißen Renaissanceware von Faenza gestaltet ist. Sie ist 6,9 cm hoch,der Bodendurchmesser beträgt 10,5 cm und der Randdurchmesser 19,7cm. Sie entstand durch Drücken von Ton in eine Negativform, in derdie letztendlich durchbrochenen Stellen erhaben hervortreten und dieTonstege in Vertiefungen geformt werden. Die Wand der Schale zeigtein Rankenmuster mit vier darin integrierten stilisierten Lilien. DerRand ist gerade aufgerichtet und wellenförmig gestaltet, am Boden derSchale wurde ein 3 cm hoher Fuß angesetzt. Im ersten Brand ergab sichein heller graufarbener Scherben, der dann von einer strahlend weißenzinndioxidhaltigen Glasur bedeckt wurde ein Charakteristikum der

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1 Weiterführende Informationen unter http://www.snm.sk/?tra-ker

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