Chronik der Volkskunde
Univ.- Prof. Dr. Elisabeth Katschnig- Fasch.28. Juni 1947 bis 4. Februar 2012
Im Februar 2012 ist die Grazer Kulturanthropologin ElisabethKatschnig- Fasch nach kurzer schwerer Krankheit verstorben. Mit ih-rem kulturwissenschaftlichen und interdisziplinär Weg bereitendenWirken hat sie die Fachlandschaft und insbesondere das Grazer Insti-tut für Volkskunde und Kulturanthropologie wesentlich geprägt.
Elisabeth Katschnig- Fasch hat für das Fach viele Felder eröffnet;sie hat Brücken geschlagen zwischen Stadtforschung und Architektur,zwischen Wohn- und Lebensstilforschung, zwischen Alltagsforschungund Kulturkritik.
Viele innovative Einrichtungen an der Grazer Karl- Franzens- Uni-versität in den Bereichen Genderforschung und interdisziplinäre Kul-turwissenschaft hatte sie mitinitiiert und mitgetragen. Schule bildendhat sie Genderforschung, Wohnforschung, Lebensstilforschung undeine kritische» eingreifende Kulturwissenschaft« vertreten, die vieleGenerationen von Studierenden motiviert und geprägt haben.
Vita
Nach ihrer 1967 abgeschlossenen Lehrerausbildung begab sie sichzunächst für ein Jahr als Au pair nach Frankreich, ehe sie ihre berufli-che Tätigkeit als Lehrerin aufnahm. 1968 begann sie mit dem Studiumder Volkskunde und Psychologie an der Karl- Franzens- UniversitätGraz. Sie beendete ihre berufliche Tätigkeit als Lehrerin und wurdeim Herbst 1974 studentische Mitarbeiterin am Institut für Volks-kunde. Ihr Studium schloss sie im Frühjahr 1976 mit einer Dissertationüber die Vereine in Graz und einem Rigorosum bei Oskar Moser undHanns Koren ab. In der Folge arbeitete sie zunächst als Universitäts-assistentin; daneben war sie Ende der 1970er und Anfang der 1980erJahre als freie Mitarbeiterin des ORF- Landesstudio Steiermark tätigund schrieb Beiträge für die Grazer Tageszeitung» Neue Zeit«<.
Beiträge zu Vorläufern wissenschaftlicher Volkskunde führtenElisabeth Katschnig- Fasch schnell zu einer stark philosophisch undzunehmend wissenschaftstheoretisch ausgerichteten Fachgeschichts-forschung, die auch in der Lehre einen wesentlichen Platz einnahm.
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