Jahrgang 
115 (2012) / N.S. 66
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Literatur der Volkskunde

tion«( S. 480) zu sein. Beides freilich je nach Zugehörigkeit zu Kle-rus bzw. Laienstand und damit Situierung im( nicht nur) religiösen> Feld in unterschiedlicher Bedeutung und Auswirkung auf Glau-bens- und Lebenswirklichkeit.

Herbert Nikitsch

Christian Thiel: Das» bessere Geld«. Eine ethnographische

Studie über Regionalwährungen.

Wiesbaden: VS Verlag 2011, 373 Seiten, s/ w- Abb.

Die in Deutschland seit 2003 aufkommenden Regionalwährungenstellt der Soziologe Christian Thiel ins Zentrum des Forschungsinter-esses seiner Dissertationsschrift» Das> bessere< Geld«. Dabei ethnogra-phiert und kontextualisiert er logisch und nachvollziehbar strukturiertinsbesondere das erfolgreichste Projekt Deutschlands- den» Chiem-gauer<< aus zwei Blickwinkeln: Zum einen auf der Subjektebene,zum anderen auf der Ebene des Geldes selbst, wodurch die Wirkungdes Regionalgeldes auf das Alltagsleben und-handeln der Menschenund ihrer sozialen Beziehungen untersucht wird.

Grundlegenden Überlegungen zur Forschungsarbeit, zum Geld imAllgemeinen und einem historischen Abriss der Geldentwicklung mitdem Schwerpunkt der gegenwärtigen Finanzkrise folgt eine umfang-reiche und überzeugende Diskussion der theoretischer Ansätze rundum das Phänomen Geld. Wesentliches aus Theorien von Karl Marx,Max Weber, Georg Simmel, Talcott Parsons oder Viviana Zelizer wirdim Hinblick auf seine Forschungsfrage präzise und knapp zusammen-gefasst, auch macht Christian Thiel den Bezug zu seinem Forschungs-feld immer deutlich und pickt sich für seine Darstellung relevanteAspekte gut strukturiert und nachvollziehbar heraus. Besonders gehter dabei auf die vielschichtigen sozialen Kontexte ein, in denen Geldauf die Menschen, deren Identität und deren Handlungen wirkt. Aufdieser Basis präzisiert er seine Forschungsfrage und die methodolo-gischen Grundlagen und Herangehensweisen wie die Grounded The-und die Interviewführung sehr detailliert und auch für fachferneLeserInnen verständlich, Durch die vielschichtigen Methoden der Da-

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