Jahrgang 
115 (2012) / N.S. 66
Seite
454
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454 Österreichische Zeitschrift für Volkskunde

LXVI/ 115, 2012, Heft 3+ 4

und schafft andererseits subjektive Selbstvergewisserung( S. 117 f.).Beeinflusst durch ein Gegenüber ist es die Aufgabe des Biographen,seinem Leben Sinn und Kohärenz zu verleihen. Demzufolge bildet dieInteraktion zwischen der Erzählung und dem/ der ErzählerIn eine zen-trale Analysekategorie( S. 146).

In den einzelnen Beiträgen gelingt es den AutorInnen, Kontinu-ität und Wandel in Bezug auf Identität und Alteritätskonstruktionenanhand der jeweiligen Materialien darzustellen. Dabei kommen unter-schiedliche Ausprägungen der Konstitution von Anders- Sein zum Vor-schein, welche unter anderem auf der Basis von Nachnamen, Berufen,Aussehen, Sprache, Handlung und Religion gebildet werden.

Der Titel des Sammelbandes» Alterität. Erzählen vom Anderssein<<weist sehr schön darauf hin, was in den einzelnen Beiträgen anhandunterschiedlicher Zugänge gezeigt wird: nämlich wie anhand schriftli-cher und mündlicher Quellen das Andere konstruiert wird. Ein Über-blick über die gesammelten Beiträge spiegelt aber mehr als nur dieKonstitution von Alterität diese wird immer im Dialog zu Identi-tätskonstruktionen abgebildet. Eine überaus spannender Ansatz, der inden einzelnen Beiträgen sehr anschaulich dargestellt wird.

Raffaela Sulzner

Sigrid Schade, Silke Wenk: Studien zur visuellen Kultur.Einführung in ein transdisziplinäres Forschungsfeld(= Studien zur visuellen Kultur, Bd. 8).

Bielefeld: transcript 2011, 232 Seiten, zahlr. Abb.

Seit einigen Jahren lassen sich verstärkt Diskurse und Publikationenüber visuelle Kultur( en) mit unterschiedlichen Schwerpunkten undFragestellungen finden, lenken verschiedene Disziplinen ihren Blick ineine neue Richtung. Sigrid Schade( derzeit Leiterin des Institute forCultural Studies in the Arts im Departement für Kulturanalyse undVermittlung an der Zürcher Hochschule der Künste und dortselbstauch Professorin für Kunst- und Kulturwissenschaften) und SilkeWenk( Professorin für Kunstwissenschaften an der Carl- von- Ossietz-ky- Universität in Oldenburg) gehen dieser Entwicklung eines transdis-