>> Treue zur Tradition heißt nicht,Mumien zu konservieren, sondernLeben zu bewahren<<
Was die Erforscher jüdischer Kulturim Burgenland suchen, finden,bewahren und pflegen woll( t) enund was sie damit bezweck( t) en
Peter F. N. Hörz
Früher als in anderen zuvor dem nationalsozialistischen Herrschaftsbe-reich zugehörig gewesenen Gebieten setzte nach 1945 die wissenschaftli-che wie populäre Auseinandersetzung mit der jüdischen Kulturgeschichtedes Burgenlandes ein. Und nicht nur das: Die Auseinandersetzung mitDokumenten, Sachzeugnissen und Überlieferungen zur jüdischen Kulturwurde im Burgenland mithin intensiver betrieben als andernorts. Dabeimag die bereits 1946 vorgelegte und in der Folge immer wieder zitierteDissertationsschrift von Gertrud Langeder über» Die Beziehungen zwi-schen Juden und Grundherrschaft im Burgenland«' hinsichtlich ihres Ent-stehungszeitraumes gewiss eine bemerkenswerte Ausnahmeerscheinungdarstellen. Aber auch die 1963 von Adonyahu Krauss vorgelegte, in heb-räischer und jiddischer Sprache verfasste Veröffentlichung zur jüdischenGemeinde von Lackenbach² und die drei Jahre später erschienene Pub-likation über» Das Eisenstädter Ghetto<< von Josef Klampfer³ dürfen imBlick auf den Zeitpunkt ihres Erscheinens durchaus noch als Pionierleis-
1 Gertrud Langeder: Die Beziehungen zwischen Juden und Grundherrschaft im Bur-genland. Diss. phil. Wien 1946.
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Adonyahu Krauss: Lackenbach Holy Community. Jerusalem 1963( hebr.).
Josef Klampfer: Das Eisenstädter Ghetto. Eisenstadt 1966(= Burgenländische For-schungen, 51).