Chronik der Volkskunde
DO IT! Yourself? Fragen zu( Forschungs-) Praktiken des Selbermachens.5. bis 7. März 2015, Institut für Europäische Ethnologie, Wien
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Von Donnerstag, 5. März, bis zum Samstag, 7. März, veranstaltetenNikola Langreiter und Klara Löffler am Wiener Institut für EuropäischeEthnologie die Tagung» DO IT! Yourself? Fragen und( Forschungs-)Praktiken des Selbermachens«<. Nach der Begrüßung durch DekaninClaudia Theune- Vogt und die Institutsvorständin Brigitta Schmidt- Lau-ber erläuterten die Veranstalterinnen ihre Zugangsweisen und Intentio-nen. Die Satzzeichen im Titel der Tagung bedeuteten ihnen zweierlei:Einerseits wollten sie die ideologisch und politisch aufgeladenen Dis-kurse und Diskussionen innerhalb der Do- It- Yourself( DIY)-Szene( n) indiesem» überdeterminierten Feld« aufgreifen und verschiedene Prakti-ken und Zielsetzungen präsentieren. Gleichzeitig galt es ihnen mit derTagung aber auch das Feld zu hinterfragen, zu öffnen und die Möglich-keit zu bieten, Desiderata in Darstellungen und( reflexiven) Forschungenzu benennen, die sie etwa in bis dahin zu geringer sozialer Differenzie-der AkteurInnen oder im Ausblenden historischer Effekte sahen.Bereits das Tagungsprogramm wies auf die Aktualität des Themashin, die vorwiegend» jungen«< bzw. nicht durch Professuren etabliertenVortragenden versprachen engagierte Beiträge. Diese bewegten sichletztlich im Spannungsfeld von individueller Motivation und persönli-chen Zielen( etwa Selbstverwirklichung bzw. Selbstermächtigung) undutopischem Gesellschaftsentwurf, familiärer Intimität und gesellschaftli-chem Protest( etwa in den vielen Bezügen zur Punkbewegung), zwischenwirtschaftlichen Dimensionen von wenig elaborierter Eigenproduktionbis hin zu kreativer, finanziell erfolgreicher Nischenproduktion und pro-fessionellem Design. Die zeitliche Konzeption der Tagung war groß-zügig bemessen, für jeden Vortrag mit anschließender Diskussion wareine Stunde vorgesehen. Dies trug sicher zur angeregten und anregendenAtmosphäre bei, in der die Frage nach der Spezifik des DIY aufgeworfenwurde, die in konkreten Geschlechter-, Sozial- oder Altersdifferenzie-rungen ebenso zu finden ist wie in nationalen, regionalen und speziell in
virtuellen Kontexten.
Der Donnerstagnachmittag widmete sich dem ersten von drei Modu-len und war mit>»> ich/ wir- in historischen Rahmungen<< überschrieben.Dieser erste Halbtag eröffnete bereits wichtige Fragen, die bis zuletzt
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