Chronik der Volkskunde
erzwungenen Umzug von St. Gabriel( Maria Enzersdorf), nach Froide-ville( Posieux) bei Fribourg seit 1962 seinen Sitz in Sankt Augustin beiBonn hat.
Joachim Piepke
Von der Anschauung des Besonderen ausgehen.
Zum Tod von Paul Rachbauer
Überraschend und nur wenige Monate nach seiner Pensionierung ver-starb am 25. September 2014 Dr. Paul Rachbauer in seiner Heimat Vor-arlberg. Die große Trauergemeinde bei seiner Verabschiedung liefertenoch einmal den Beweis für die hohe Wertschätzung, welche der Ver-storbene in der Öffentlichkeit besaẞ.
Paul Rachbauer wurde 1948 in Dornbirn geboren, maturierte amdortigen Bundesrealgymnasium und studierte anschließend an der Uni-versität Innsbruck Volkskunde, Medizin, Soziologie und Philosophie.Volkskunde und Medizin, diese beiden Themen verband er auch inseiner Dissertation» Die Volksmedizin des Bregenzerwaldes«'. Bereitshier wurde die Sichtweise seiner weiteren Arbeiten erkennbar, nämlichsich Wissen nicht nur aus der Literatur, in Vorlesungen, Seminaren, inder>> Studierstube« anzueignen, sondern im direkten Kontakt mit Landund Leuten Lösungen und Erfahrungen zu sammeln. Diese Erkenntnis,so an die verschiedenen Aufgabestellungen heranzugehen, trägt nichtzuletzt die Handschrift seines Lehrers am damaligen Institut für Volks-kunde in Innsbruck, Karl Ilg, den er auch als Assistent nach Abschlussseines Studiums bis zum Jahre 1981 unterstützte. Wieder nach Vorarl-berg zurückgekehrt, war Paul Rachbauer für den Bereich Volkskundeam Vorarlberger Landesmuseum zuständig und wechselte anschließendin die Kulturabteilung des Landes, wo er mit der Übernahme des Hei-matpflegereferates vor allem auch für die Betreuung der Heimat- und
1 Paul Rachbauer: Die Volksmedizin des Bregenzerwaldes. Innsbruck,
Univ. Diss 1980.
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