Literatur der Volkskunde
wirtschaftlichen und/ oder religiösen Konflikten sowie eventuellen pri-vaten Krisen dient. Die Dissertation spricht mit seiner nun immer popu-lärer werdenden Thematik und ihrer interdisziplinären Ausrichtungsowohl ein breites Fachpublikum an als auch an regionaler Kulturfor-schung interessierte LeserInnen mit besonderer Affinität zu sinnlicherEthnographie und Naturwahrnehmung. Carmen Weith lädt dazu ein,sich individuell an besondere Orte zu denken, mit denen man ähnlicheEmpfindungen verbindet wie ihre Gewährspersonen mit der Schwäbi-schen Alb. Auch die Autorin selbst scheint- auch wenn ihre Herkunftdem/ der LeserIn bis zum Ende vorenthalten wird mit der Schwäbi-schen Alb emotional verbunden zu sein was mit dazu beiträgt, dassman ihre Studie mit Freude liest.
Christin U. Schmitz
Ruth- E. Mohrmann( Hg.): Volkskunde im Spiegel vonLiteraturbesprechungen einer landesgeschichtlichen Zeitschrift.(= Münsteraner Schriften zur Volkskunde/ EuropäischenEthnologie 18). Münster u.a.: Waxmann 2013, 330 Seiten.
Für die Jahre zwischen 1956 und 2002 bestand offenbar ein Interesse derdeutschsprachigen Landesgeschichte an der Volkskunde. Und es gab inden>> Blättern für deutsche Landesgeschichte«, einer Gründung aus derMitte des 19. Jahrhunderts, eine Rubrik, die diesem Interesse nachkam.Die Sammelberichte hießen» Zur Volkskunde« und» Volkskunde«<. Nam-hafte Vertreterinnen und Vertreter des Fachs taten sich die Mühe an,über die Volkskunde zu informieren und damit einer für sie wichtigenVerbindung Gewicht zu geben. Damals gehörten sie zu einem nicht klei-nen Kreis in beiden Fächern, die diese Verbindung wachzuhalten such-ten. Man mochte sich daran erinnern, dass die Melange aus Volkskunde,Landesgeschichte und Sprachwissenschaft vor allem in den 1920er Jah-ren und vor allem im Rheinland auch als geschichtliche LandeskundeProfil gewonnen und durch das Werk» Kulturströmungen und Kultur-provinzen in den Rheinlanden. Geschichte, Sprache, Volkskunde«( Bonn1926) aneinander interessierte Disziplinen zueinander gebracht hatte.Die drei Autoren Hermann Aubin, Theodor Frings und Josef Müller
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