Jahrgang 
118 (2015) / N.S. 69
Seite
341
Einzelbild herunterladen
 

Chronik der Volkskunde

de- kolonialisieren wäre, so schien doch in allen Gesichtern das Interessean einer weiteren Beschäftigung mit dieser Frage und Problematik lesbar.

Elisa Rieger

Gundhild(» Gundl«) Holaubek- Lawatsch 1919-2015

34 Jahre von 1947 bis 1981- währte ihre aktive Berufslaufbahn als wis-senschaftliche Mitarbeiterin am Steirischen Volkskundemuseum, eben-falls 34 Jahre konnte die verdiente steirische Volkskundlerin ihren Ruhe-stand in größtenteils guter geistiger und körperlicher Verfassung erleben.Noch Jahre nach ihrer Pensionierung war sie als Konsulentin des Stei-rischen Blasmusikverbandes bei der Neueinkleidung von Musikkapel-len beratend tätig und auch so manche erneuerte Frauentracht entstandin Zusammenarbeit mit der Schneiderei des Steirischen Heimatwerkesbereits in ihrem» Unruhestand<<.

Geboren am 14. Juli 1919 als fünftes Kind der musikalischen und san-gesfreudigen Familie Ing. Otto und Barbara Lawatsch in Graz/ St. Veitentwickelte sie schon früh eine besondere Vorliebe für Volkslied und-musik. Ihr Germanistik- und Volkskundestudium führte sie weiter zurMundartforschung. 1947 holte sie ihr Lehrer Viktor Geramb ans GrazerVolkskundemuseum, wo sie sich künftig auch intensiv mit Tracht undBrauch beschäftigen sollte.

Vor allem Trachtenforschung und-pflege im Sinne einer angewand-ten Volkskunde wurden zu ihren beruflichen Schwerpunkten. Seit demSteirischen Gedenkjahr 1959¹ war sie maßgeblich in der Trachtenerneu-erung tätig, hat dies auch immer als ihren wissenschaftlichen Auftragverstanden und war steiermarkweit als kompetente Beraterin und Vor-tragende zu allen Aspekten der Trachtenforschung gefragt. In den Jahren1973 und 1974 war sie mit der Lehrveranstaltung» Die Steirische Volks-tracht, ein trachtenkundliches Praktikum« auch am Volkskundeinstitutder Universität Graz vertreten.

1 100. Todestag von Erzherzog Johann

341