Jahrgang 
118 (2015) / N.S. 69
Seite
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Literatur der Volkskunde

Sabine Dettling, Bernhard Tschofen: Spuren. Skikultur am Arlberg.Hg. von Gustav Schoder und Bernhard Tschofen im Auftrag vonski.kultur.arlberg. Bregenz: Bertolini 2014, 354 Seiten, zahlr. Ill.

In einer österreichischen Qualitätszeitung konnte man am 14. Okto-ber 2015 in einer Architekturkritik über das neue Kulturzentrum arl-berg1800 in St. Christoph lesen:» Bis in die 1960er- Jahre war der Arlbergeine Sommerdestination, dann begann die Vermarktung des Winters ingroßem Stil.<< Es scheint also nach wie vor Informationsbedarf über dietatsächliche Bedeutung des Arlberggebietes für die Wintersportkultur inÖsterreich zu geben. Dabei wäre es für den Journalisten des>> Standard«<ein Leichtes gewesen, sich im neuen Standardwerk über die Skikultur amArlberg umfassend zu informieren.

Bei dieser Publikation( parallel zur deutschsprachigen Versionist auch eine englische Ausgabe unter dem Titel» Tracks. The Arlbergand the Culture of Skiing« erschienen) handelt es sich um die überar-beitete Fassung eines Projektendberichtes: In den Jahren 2008 bis 2011erforschte der Verein ski.kultur.arlberg unter dem Titel» Auf den Spureneines Wunders in Weiß«< die Geschichte des Skisportes und des Skitouris-mus am Arlberg für den Zeitraum 1885 bis 1960. Das dabei gesammelteMaterial findet sich heute im Gemeindearchiv Lech. Für ein breiteresPublikum wurde nun eine» populärwissenschaftliche Gesamtdarstel-lung« und»> historische Anthologie«( S. 24) in Form eines umfangreichen,großformatigen Text- Bild- Bandes mit mehr als 600 hochwertigen, teil-weise zum ersten Male veröffentlichten Abbildungen erarbeitet, die überden Buchtypus eines reinen Coffee Table Books weit hinausgeht. Diedeutsche Sportwissenschaftlerin und Journalistin Sabine Dettling, diebereits das wissenschaftliche Projekt koordiniert hat, war für die inhalt-liche Konzeption, die Texte und die Bildauswahl verantwortlich. Unter-stützt wurde sie dabei von Bernhard Tschofen, Professor am Institut fürSozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft an der Univer-sität Zürich mit Schwerpunkt kulturwissenschaftliche Raumforschung,und man hätte mit diesem ausgewiesenen Kenner alpiner Kulturen wohlkeinen Geeigneteren für dieses Thema finden können. Dass die gelun-gene grafischen Gestaltung- mit der Quellen und längere Zitate farb-lich und typografisch hervorgehoben und die wichtigsten Akteure undAkteurinnen in kleinen Lexikoneinträgen über das ganze Buch hinweg

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