2006, Heft 3
Goldstern: Die Hausformen des Aostatales
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Der Kaminherd ist etwa 20 cm vom Boden erhöht und seine Fläche misst durch-schnittlich 140 x 30 cm. Der den Herd überragende steinerne Rauchhut ist meist inseinem unteren Teile mit Holz verkleidet, das ab und zu die Initialen des Besitzersund die Jahreszahl eingekerbt trägt. Aus dem Rauchhut hängt von einem Querbalkeneine durch Verzahnung verstellbare Feuerkette herab, die den Kochtopf über demFeuer trägt.
Man findet in Cogne, allerdings nur ganz selten, Küchen, die keinen Kaminbesitzen, also ausgesprochene Rauchküchen sind. Auch hier brennt das offene Feuerauf einem erhöhten, aus Steinen gemauerten Untersatz. Der Rauch verzieht sich zumTeil durch Steinfugen und Dach, zum Teil durch die offene Tür.
Gegenüber dem Herd beim Fenster steht gewöhnlich der massive Teigtrog„ arçon“, der aus einer großen, sich nach unten verjüngenden, auf vier Beinenruhenden Truhe besteht. Der Deckel des ,, arçon" wird als Küchentisch verwendet.
[ 31] In Cogne wird das Brot auch heute noch nur 1-2 Mal im Jahr im Gemeinde-ofen gebacken. Deshalb muss der ,, arçon", in dem bei vielköpfigen Familien bis300 kg Teig auf einmal geknetet wird, entsprechend umfangreich sein. In der Zeit, inder das Brot nicht gebacken wird, pflegt man in dem Teigtrog, der innen gewöhnlichdreiteilig ist, Mehl und andere Lebensmittel aufzubewahren.
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[ Faszikel 2, Abschnitt 3, S. 32-46]
[ 32]( 3.) Valtournenche, Aostatal
Das Haus
[ 33] ad Gesamtanlage des Hauses
Der altertümliche Haustypus ist in Valtournenche bereits im Verschwinden begriffen.Die Gesamtanlage der dort heute vorherrschenden Hausform ist ähnlich wie bei dermoderneren stereotypen Hausform, die man im unteren Teile der Seitentäler bezw. imHaupttale von Aosta antrifft.
Im Erdgeschoss ist der Stall, vor dem sich hie u. da ein kleiner Flur„, l'alju"befindet; der letztere ist in der Regel bei Doppelwohnungen angebracht und trenntdie beiden Stallwohnungen von einander. Dort, wo der Flur fehlt, sind an seine Stellegewöhnliche Doppeltüren getreten. Der Keller ist entweder an das Haus angebaut odergegenüber dem Haus angebracht als selbständiges kleines Gebäude. Über dem Erd-geschoss erhebt sich das Wohngeschoss, das sich aus der Küche und dem Nebenraum,, pelio“ zusammensetzt.
Da die Häuser von Valtournenche meistens auf einem Abhang liegen, gelangt manin die Küche von der Bergseite ebenerdig. Die Küche ist gewöhnlich klein und enthältbereits überall einen Kamin(?).
Das Obergeschoss ist in der Regel nur von der Scheune in Anspruch genommen.