2006, Heft 3
Goldstern: Die Hausformen des Aostatales
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[ Faszikel 2, Abschnitt 5: 11 doppelseitig beschriebene, z.T. paginierte Notizzettel mitdiv. Aufzeichnungen zu den Hausformen im Aostatal]
( 5. Notizen zu ,, Die Haustypen des Aostatales")
[ Zettel 1( bez. S. 3a), recto] In Chaperin[?] befindet sich in der Regel unter einemHolzspeicher ein Keller.- Die Holzspeicher scheinen jüngeren Datums zu sein. Siesind mit Holzlauben versehen und wie üblich bestehen[ sie] aus zwei Geschossen( Kellergeschoss nicht mitgerechnet). Im unteren Geschoss werden die Kleider, Truhen[?] etc. aufbewahrt. Manche sind auch zum Schlafen eingerichtet. In dem oberen[ verso] Geschoss bewahrt man hauptsächlich Brot und einige Hausgerätschaften( Spinnräder etc.) auf.-
Es gibt in Valtornenche zweierlei Arten von Rakar. 1) Solche aus Rundholz, diedarunter einen offenen Raum haben, der als Holz- bezw. Mistlager dient. 33
[ Zettel 2( bez. S. 10), recto] In Brenga, in Chaperin befindet sich unter den Holzspeicherngewöhnlich ein Keller. In Brenga findet man auch Holzspeicher( bereits etwas moderni-sierte, d.h. Fenster erweitert und auch erhöht), die darunter ein gemauertes Zimmer alsSchlafkammer haben.- Dies fand ich bisher in keinem anderen Tale von Aosta.-
Geschlafen wird im[ verso] im Holzspeicher nur selten.-
In Maen[?] befindet sich ein rakar, der nur eine, früher im Winter bewohnte( ehemals auch im Sommer) Stallung hat. Der Rakar ruht auf Holzpfeilern.-
Die Holzpfeiler, die in Valtornenche den rakar und den Holzspeicher tragen, sindin alten Häusern in der Regel oktogonal( achteckig). 34
[ Zettel 3( bez. S. 11), recto] Der Unterschied zwischen dem alten und dem modernenSpeicher aus Holz besteht in folgendem:
1) Der alte ruht auf Holzpfeilern auf.
2) Der Teil aus Holz ist bei modernen zweigeschossig, jedoch die einzelnenGeschosse sind viel niederer.
3) Das Holz ist, wie man bei alten Speichern leicht beobachten kann, nichtgehobelt, sondern meist nur gut behauen.
4) Die Luftöffnungen bei ganz alten Speichern[ verso] sind sehr klein und unre-gelmäßig geformt. Es sind dies entweder ganz kleine viereckige oder etwas längliche.Öfters sind sie auch in Form einer kleinen Sternrosette gestaltet.
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Man findet auch an alten Speichern bereits etwas größere Öffnungen, die voneinem[???] kreuzförmig gestalteten Gitter geschützt sind( ohne Glas).
An den moderneren Holzspeichern findet man bereits große Fenster, die demSpeicher das Aussehen von kleinen Holzkammern verleihen.[ Fortsetzung S. 15.]
[ Zettel 4( bez. 15), recto] Fortsetzung von S. 11.
5) In den modernen Speichern findet man bereits Holzlauben gitterförmig gestal-tet, die an den alten in der Regel fehlen.
6) In dem gemauerten Untergeschoss des alten Speichers finden wir meist nureinen Keller, hie und da auch eine Küche, zwischendrein eingeschaltet. Seltener findetsich unter dem Speicher ein Stall und darüber eine Küche( z.B. in M Mené[?])
33 Der gesamte Text ist durchgestrichen.
34 Die letzten beiden Absätze sind durchgestrichen.