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Chronik der Volkskunde
ÖZV LXI/ 110
ihre eigene Insel. Weiters hob sie die Unterschiede zwischen dem Ost- undWestteil Hvars hervor und sprach von einer polyzentralen Insel.
Luka Šešo, Akademie der Wissenschaften, Abteilung Ethnologie, gabeinen Überblick über den Archivbestand der Abteilung. In dem Beitragwurden Manuskripte von Forschungen zu Volkskultur und Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum aufden adriatischen Inseln präsentiert, wobei die Zeit nach 1945 im Zentrumdes Interesses stand.
Wie unterschiedlich die Zugänge waren und wie viel Raum das Tagungs-thema lieẞ, zeigt eine Auswahl von weiteren Beiträgen. Sanja Buble, eben-falls vom kroatischen Kulturministerium, sprach über die Problematik derErhaltung der Trockensteinmauern als Teil der Kulturlandschaft. Dabei ginges um Bauart, Gestein und Form der Mauer. Anita Sujoldžić und AnjaIveković, beide vom Institut für Anthropologie in Zagreb, untersuchten imRahmen einer Feldforschung in Volks- und Höheren Schulen auf Vis wieDialekt und Identität von Jugendlichen über den Einfluss der Stand-ardsprachen beeinflusst werden.
Tanja Bukovčan Žufika und Hrovje Čargonja, Institut für Anthroplogiein Zagreb, sprachen über traditionelle Medizin in Dalmatien als Teil derVolkskultur. Dabei gingen sie näher auf ihre Zugänge und Forschungs-konzepte ein.
Jadran Kales Beitrag, Regionalmuseum Šibenik, widmete sich aufgelas-senem Weideland und dessen Revitalisierung zur Erweiterung natürlicherFlächen auf den Inseln.
In manchen Beiträgen zeigte sich, dass die Inselperspektive der Festland-perspektive fern liegt, jedoch war es interessant, generellere Themen sospezifisch verortet zu sehen.
Eine Nachmittagsexkursion rund um die Insel und ein Besuch in einemWeinkeller rundeten das Programm ab.
Matthias Beitl
,, Bildgeschichte( n) in historischen AusstellungenWie viel Kontext braucht ein Foto?"
Workshop der Museumsakademie Joanneum/ Kunsthaus Graz,17. bis 18. November 2006
,, In vielen historischen Ausstellungen behaupten Fotografien, sie könntenzeigen, wie es war'. Dieser naive Gebrauch beschränkt sich auf die ver-meintlich dokumentarischen Bildinhalte, allenfalls setzen KuratorInnennoch auf die emotionalisierenden Qualitäten von Fotos. Quellenkritische