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Chronik der Volkskunde
ÖZV LXI/ 110
,, Museen brauchen Menschen- Kundenbindung undKommunikationsnetzwerke in der Museumsarbeit“
5. Internationale Konferenz der Ethnografischen Museen inZentral- und Südosteuropa von 25. bis 27. Jänner 2007 in Graz
Nach vorangegangenen Treffen in Budapest, Wien, Martin/ Slowakei undSibiu/ Rumänien lud im Jänner 2007 das Volkskundemuseum in Graz rund20 Teilnehmer/ innen aus acht Ländern zur Diskussion des Themas Kun-denbindung und Kommunikationsnetzwerke, wobei man sich- wenig über-raschend – gegenseitig versicherte: ,, Wir haben alle die gleichen Probleme".Nach Begrüßungsworten von Landesrätin Kristina Edlinger- Ploder, wel-che die Veranstaltung auch finanziell unterstützte, dem Enkel des Mu-seumsgründers Viktor Geramb, Heiner Herzog, Obmann des Vereins derFreunde des Steirischen Volkskundemuseums, sowie von Hausherrin Ros-witha Orač- Stipperger, brachte Bettina Habsburg- Lothringen( Museumsa-kademie Joanneum) im Eröffnungsvortrag mit dem Titel„, Frei nach Fehr:Ein Museum, das ich mir wünsche" einen Streifzug durch die Museumsli-teratur zum Thema Museumsdefinitionen, um schließlich ihre Idealvorstel-lung eines Volkskundemuseums als Ort kritischer ziviler Öffentlichkeit, alsOrt der Auseinandersetzung mit ,, jedem“ Thema der Gegenwart zu präsen-tieren.
Margot Schindler vom Österreichischen Museum für Volkskunde( ÖMV)in Wien eröffnete den Vortragsreigen am zweiten Tag mit teilweise kuriosen,aber auch nachdenklich stimmenden Zitaten aus dem Gästebuch des Muse-ums sowie einem Überblick über die Besucher/ innengruppen und-betreu-ung im ÖMV. Ein Schwerpunkt soll in Zukunft die- für Volkskundemuseengenerell ohnehin schwierige- Positionierung des Museums im urbanenBereich sein, also eine Steigerung der Besucherzahlen im Städtetourismusund bei dem Segment der 25- bis 55- jährigen Berufstätigen.
Ein ganz konkretes Projekt aus dem Wiener Volkskundemuseum stellteHelmut Czakler vor, die so genannten Schneebälle: Diese Gruppe von,, keyworkern"- v.a. Pensionist/ innen, aber auch Studentinnen und Berufs-tätige erhielt im Rahmen eines Ausbildungslehrgangs Einblick in dieMuseumsarbeit und unterstützt nun aktiv das Museums. Einerseits ver-breiten sie als Kommunikatoren nach dem Schneeballprinzip ihre Begeiste-rung für das Haus nach außen, andererseits leisten sie wertvolle ehrenamt-liche Arbeit wie Bürotätigkeiten, Betreiben des Kaffeehauses bei Veranstal-tungen, Ausstellungsvorbereitungen etc.
Sonja Kogej Ruš berichtete von den unterschiedlichen Programmen fürSchulgruppen, Erwachsene und Pensionisten im 2004 neu eröffneten Slo-