Jahrgang 
110 (2007) / N.S. 61
Seite
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2007, Heft 1

Literatur der Volkskunde

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tail einzeln und für sich unter die Lupe nehmen, dabei verweilen, es beob-achten und beschreiben, eine Interpretation versuchen und von Zeit zu Zeitein wenig darüber schmunzeln, dieses Motto, von Claire Doutriaux stell-vertretend für ein großes Team von Wissenschaftlern, Textern und Grafikernformuliert, wäre auch für das ethnographische Arbeiten nicht unpassend.Klara Löffler

CARSTENSEN, Jan( Hg.): Die Dinge umgehen? Sammeln und Forschenin kulturhistorischen Museen(= Schriften des Westfälischen Freilichtmu-seums Detmold, Bd. 23). Münster, New York, München, Waxmann, 2003,129 Seiten, Abb.

Ausgangspunkt des vorliegenden Bandes ist die 15. Tagung der Arbeitsgrup-pe ,, Sachkulturforschung und Museum" der Deutschen Gesellschaft fürVolkskunde, die im Oktober 2002 im Westfälischen Freilichtmuseum Det-mold stattfand. Dokumentiert sind siebzehn Beiträge; im letzten Text faßtAndrea Hauser Themen und Diskussionen der Tagung zusammen.

Im Schwerpunkt werden zwei Themenfelder und Problembereiche ver-handelt. Zum einen werden Sammlungskonzepte, nicht selten vor demHintergrund der zunehmend schwierigen wirtschaftlichen Situation vonMuseen der Revision unterzogen. Es geht um Bestandsaufnahmen, etwa vonumfassenden Konzepten wie dem von Samdok, dem Netzwerk kulturhisto-rischer Museen in Schweden( Eva Kjerström Sjölin) oder von detailliertenSammlungsstrategien, etwa des Bereichs Kleidung im Rheinischen Indu-striemuseum( Claudia Gottfried). Auch die Veröffentlichungen der Arbeits-gruppen- Tagungen werden unter diesen Gesichtspunkten zur Diskussiongestellt( Nina Hennig).

Qualifizierung ist jenes Stichwort, das in vielen Texten der Tagung einezentrale Rolle spielt. So skizzieren Erik van't Hull, Stefan Baumeier, Her-mann Josef Stenkamp und Jan Carstensen die Schritte sogenannter Quali-fizierungsmaßnahmen, also der Überprüfung von Konzepten und Objekt-beständen. Inwieweit diese, nicht erst in der Gegenwart notwendigen Aktio-nen des Auswählens und Aussonderns durch spezifische wirtschaftliche undpolitische Rahmenbedingungen wie auch durch subjektive Perspektivenbeeinflußt sind, darauf gehen die genannten Autoren allerdings nur amRande ein; eine Diskursanalyse solcher Begrifflichkeiten und ihrer Impli-kationen steht noch aus.

Zum anderen liegt ein Hauptakzent des Bandes auf Fragen zur Fotografieim Museum: als Instrument der Recherche zur materiellen Kultur( Jutta