Jahrgang 
110 (2007) / N.S. 61
Seite
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Literatur der Volkskunde

ÖZV LXI/ 110

Zustand, die Auflösung der Siedlungsformen und die Verluste an Bausub-stanz nicht einfach zu beklagen, sondern, ohne ein Modernisierungsverbotauszusprechen, sich um ,, Verständnis des gegenwärtigen Bauens" zu bemü-hen und unvoreingenommen wahrzunehmen, wie die Denkmalpflege damitumgeht.

Gern lässt man sich informieren über Entwicklungslinien zum volks-kundlichen Museumswesen Österreichs, zu Gerätewesen im Österreichi-schen Volkskundeatlas und über Beispiele zur Sammlungsgeschichte ausdem Wiener Museum, über das National- Fabriksprodukten- Kabinett derMonarchie. Die vielbekannte Völkertafel darf nicht fehlen: Sieben Exem-plare sind bekannt; 1913 wird sie über Michael Haberlandt erworben, 1980restauriert; der Autor vergleicht sie mit einem Stich von 1726. Hier wieanderen Fällen vermisst man zwar die Abbildung, ist aber dankbar für eineeindrucksvolle Leistungsschau solider professioneller Museums- und Kul-turforschungs-( Brauchforschungs-) arbeit.

Dieter Kramer

SAMKOVÁ, Hana( Hg.): Technical monuments of the Visegrád Coun-tries. Bd. I. Českou komoru autorizovaných inženýrů a techniků činnych vevýstavbě. Praha, 2000, 184 Seiten, zahlreiche s/ w und farb. Abb., Kart.

HOLLÓ, Csaba( Hg.): Technical monuments of the Visegrád Countries.Bd. II. Magyar Mérnöki Kamara. Budapest, 2004, 239 Seiten, zahlreiches/ w und farb. Abb., Kart.

Karl I. von Anjou hat im Jahre 1335 ein Königstreffen organisiert, bei demdie Könige Polens, Böhmens und Ungarns über die Handelswege Ost- Mit-tel- Europas verhandelten. Dort wurden auch über diplomatische Vorgehens-weisen und Sukzessionsfragen Vereinbarungen getroffen und so die politi-sche Entwicklung Ost- Mittel- Europas für ein halbes Jahrhundert vorbe-stimmt. Diese äußerst wichtige Verhandlung fand in der über der Donauliegenden königlichen Burg von Visegrád, in einem der Zentren des mittel-alterlichen Ungarns statt. Mit diesem Bündnis der Visegráder Viere wurdedie Stärkung der ost- mittel- europäischen Region durch Diplomatie undHandel beschlossen. Im Jahre 1991 entwickelte sich aufgrund der Initiativedes ungarischen Staatspräsidenten Árpád Göncz und des Ministerprä-sidenten József Antall eine neue ,, Visegráder Zusammenarbeit, die die drei( ab 1993 vier) Länder der Region, in denen sich die Wende des politischenSystems abgespielt hatte, zusammenbindet: Tschechien, Slowakei, Polenund Ungarn. Im Jahr 2000 wurde schließlich der internationale Visegráder