Jahrgang 
110 (2007) / N.S. 61
Seite
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Literatur der Volkskunde

ÖZV LXI/ 110

Väter wissen, miteinander verglichen werden; zudem erfahren wir auch vonder Doborošover Festung( Tschechien), die vor der Besetzung durch diedeutsche Wehrmacht im Jahre 1938 nicht ganz fertig gebaut werden konnte;oder vom Adamover Urhüttenwerk( Mähren), von den Hammerwerken inUntermetzenseifen( Slowakei), und auch von den Urhüttenwerken in Diós-győr, Ómassa und Újmassa( Ungarn).

Bereits an den erwähnten Beispielen aus den in diesen zwei Bändenvorgestellten technischen Denkmälern der Visegráder Länder lässt sichdeutlich erkennen, wie sehr sich diese Länder in ihrer Entwicklung und inihrem technischen Niveau ähneln. Einzelne Denkmäler verbindet zudemhäufig die Tatsache, dass sie von Deutschen geplant, gebaut und besessenworden waren, wobei die deutschen Ingenieure und Meister mit den tsche-chischen, slowakischen, polnischen und ungarischen Arbeitern intensiveZusammenarbeit pflegten.

Die beiden kommenden Bände werden von Polen und der Slowakeiherausgegeben werden, und es ist anzunehmen, dass sich die EinschätzungCsaba Hollós, des Vize- Präsidenten der Ungarischen Ingenieurkammer undChefredakteurs bestätigt, die er bereits dem zweiten Band vorangestellt hat:,, Davon, dass die bedeutenden technischen Denkmäler der Länder, die einenähnlichen geschichtlichen und wirtschaftlichen Weg beschritten haben, par-allel zueinander vorgestellt werden, können alle vier Länder gleichzeitigprofitieren. Und das gründliche Wissen über die Kultur des anderen führt zufreundschaftlichen Beziehungen und gegenseitiger Ehre. Je mehr wir überdas Leben, über die geistigen und technischen Leistungen, über die Kultureines Volkes wissen, desto weniger werden die aus Unwissenheit stammen-den Vorurteile, desto seltener werden politisch angestiftete ethnische Kon-flikte, die im einheitlichen Europa hoffentlich in den Müllkorb wandern,während unser Buch in den Regalen der Interessenten für technische Kulturstehen wird." Zutreffender kann ich diese im Geist des neuen Jahrhundertsentstandene Buchreihe allen Interessenten inner- und außerhalb der Vise-gráder Länder auch nicht empfehlen.

László Lukács

NORTHOFF, Thomas: Graffiti. Die Sprache an den Wänden. Wien,Löcker Verlag, 2005, 201 Seiten, 19 s/ w. Abb.

Der Wiener Schriftsteller, Fotograf und Graffitiforscher Thomas Northoffverankert die Graffitiforschung in der Volkskunde. Forschungsergebnissejedoch bedürfen für ihn einer höchstmöglichen Interdisziplinarität. Im vor-