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Chronik der Volkskunde
ÖZV LVI/ 105
Halloween- Ausstellung
vom 12. bis 31. Oktober 2001 am Institut für Volkskunde und
Kulturanthropologie der Universität Graz
Im Ausstellungsraum des Instituts für Volkskunde und Kulturanthropologieder Universität Graz fand vom 12. bis 31.10.2001 eine Ausstellung zumThema ,, Halloween" statt. Die Finissage in der Halloween- Nacht war miteiner Halloween- Party verbunden.
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Der Aufbau der Ausstellung war thematisch zweigeteilt: Der eine TeilKennfarbe Schwarz- war ,, Halloween", dem schaurig- schönen Fest mitseinen Masken bzw. dem Horror- Szenario- gewidmet, der andere linksvom Eingang, Leitfarbe Orange- stellte das Hauptsymbol des Festes, denKürbis, in den Mittelpunkt, der im tradtionellen ,, Kürbisland Steiermark"besondere Aufmerksamkeit genießt, was sogar bei Wissenschaftlern dieFrage nach speziellen„ Styrian Roots" von Halloween aufwarf.( Um esvorwegzunehmen, diese gibt es nicht).
Die beiden thematisch unterschiedlich ausgerichteten Raumhälften warenoptisch auch durch eine in der Mitte befindliche Vitrine geteilt, worin sichein Totenkopf befand, aus dem rechts ,, Blut", links ,, Kernöl“(= Kürbiskern-öl) floß und auf diese makabre Weise vordergründig auf die jeweiligeThemenzentrierung hinwies. Hintergründig war bei Halloween das Thema,, Tod und Horror"( vgl. u.a. Masken und Kostüme sowie Ausstattungsstückewie Sarg mit Leiche), beim Kürbis das Leitmotiv ,, Gesundheit und Leben“( u.a. mit Kürbisarzneien in Kapselform) präsent.
Das Kennsymbol von Halloween ist das von innen beleuchtete Kürbisge-sicht, in natura oder in künstlichen Materialen( zumeist en miniature) aus-geführt, auch als papierene Dekorationsgirlanden, auf Servietten( die Hal-loween- Kulinarik erfreut sich eines besonderen Stellenwerts) etc. allgegen-wärtig. Der Handel- Papierwarengeschäfte, Drogeriemärkte und Super-marktketten offeriert ein reichhaltiges Angebot, die wirtschaftliche Bedeu-tung der Innovation ist augenfällig und führte zu der Feststellung, das neueFest fülle das Konsumloch zwischen Schulanfang und Nikolo.
( Dies ist manchmal etwas abschätzig gemeint, aber es ist ein weitverbrei-teter Irrtum zu glauben, Fest und Brauch, Feier und Ritual hätten grundsätz-lich nichts mit Geld zu tun. Eine pekuniäre Seite ist immer vorhanden.)
Die Pressemappe( das Echo in den Medien war beeindruckend) sowie dieauf Grundinformation abzielende Begleitbroschüre befaßten sich mit derGenese des Brauchs( einschließlich der vielzitierten Herleitung aus kelti-schen Zeiten) sowie der- im übrigen beachtlichen- Rolle von Allerheili-gen/ Allerseelen unabhängig vom Halloween- Akzent.