2002, Heft 1
Chronik der Volkskunde
,, Qualitätsstandards im Museumsbereich II"
Tagung des Österreichischen Nationalkomitees von ICOMin Salzburg am 12. und 13. November 2001
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Das von ICOM- ÖNK( Internationaler Museumsrat- Österreichisches Na-tionalkomitee) veranstaltete Seminar versammelte zum zweiten Mal Fach-kolleg/ inn/ en aus mehreren Bundesländern, um sich dem brisanten Thema,, Qualitätsstandards im Museumsbereich“ zu widmen. Günther Dembski,der Präsident von ICOM Österreich, berichtete über das erste Treffen zudiesem Thema( Herbst 2000 in Spittal/ Drau), wo beschlossen worden war,Mindeststandards für Museen zu formulieren, die in manchen Bundeslän-dern wie Kärnten und Niederösterreich zumindest teilweise bereits existie-ren. Diese Kritierien sollen einerseits den Besucher/ innen- in Form einesMuseumsgütesiegels- als ,, Konsumentenschutz“, andererseits den Museenund Sammlungen selbst( bzw. den Subventionsgebern) als Arbeits- undArgumentationsrichtlinien dienen.
Als Ergebnisse der vorangegangenen Tagung werden u.a. folgende Vor-aussetzungen für die Installierung von Qualitätsstandards angeführt:⚫ Die Standards werden, ausgehend von der ICOM- Museumsdefinition( siehe unter www.icom-deutschland.de./kodex.htm), so formuliert, dassauch kleine Institutionen die Chance haben, ihnen zu entsprechen.
⚫ Kleine Museen und Sammlungen sollen bereits im Vorfeld gefördertwerden, damit sie den für Subventionen bzw. Gütesiegel gefordertenStandard überhaupt erreichen können.
⚫ In der Folge werden nur die nach diesen Kriterien anerkannten Museenund Sammlungen unter der Internet- Domain ,,. museum" verzeichnetwerden. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung ist die Vereinheitlichungder Internetadressen der einzelnen Museen( z.B. Landesmuseen).Als erster Redner berichtete Bernhard Graf vom Institut für Museumskundein Berlin ausführlich über die Situation in Hinblick auf Museumskriterienin Deutschland, wo rund 6.500 Museen fast zur Hälfte ehrenamtlich betrie-ben werden und folglich auch kaum wissenschaftliche Forschung stattfindet.Da die Museen Angelegenheit der Länder sind, ist die Kultusministerkonfe-renz für deren Belange zuständig; die dafür existierenden schriftlichenEmpfehlungen sind weitgehend unbekannt und folglich auch unberücksich-tigt. Abgesehen von regionalen ausformulierten Standards wie den ,, Leitli-nien für die Museen in Westfalen- Lippe“ ist man in Deutschland( wie auchin Österreich) noch weit entfernt von einer einheitlichen Museumsgesetzge-bung.