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Chronik der Volkskunde
ÖZV LVI/ 105
Texts of Testimony: Autobiography, Life- Story Narrativesand the Public Sphere
23.- 25. August 2001, Research Centre for Literatureand Cultural History, Liverpool John Moores University
Fünf StudentInnen in Tagungs- T- Shirts standen bereit, um den Teilneh-merInnen den Weg durch das Dean Walters Building mit seinen verwirrendverwinkelten Gängen, unzähligen kleinen Treppen und Durchgängen zuweisen. Den, effektivsten Weg durch das Monsterprogramm der Biogra-phieforschungs- Konferenz ,, Texts of Testimony: Autobiography, Life- StoryNarratives and the Public Sphere" zu finden, blieb einem freilich selbstüberlassen. Zwischen den Plenarvorträgen morgens und abends, zwischen10.30 und 18.00 Uhr, wurden zweieinhalb Tage lang vier bis fünf Räume, bespielt. Insgesamt standen rund 105 Beiträge auf dem Programm.
Die Veranstaltung war mit sehr viel Bedacht organisiert worden; manch-mal kam es aufgrund intensivstem Technikeinsatzes zu Verzögerungen,ansonsten funktionierte alles perfekt. Zur guten Atmosphäre trugen Kaffee-pausen und englische lunches zu Mittag bei- die TeilnehmerInnen verbrach-ten die Pausen zusammen und so bestand ausreichend Gelegenheit zum sowichtigen informellen Kontakt. Die Leute kamen aus unterschiedlichstenBereichen, eine Bandbreite, die das mittlerweile sehr weite Feld der Biogra-phieforschung charakterisiert. Die Einladungspolitik orientierte sich nichtausschließlich an, großen Namen, was zusätzlich für Buntheit sorgte. Einenähnlichen Effekt hatte die internationale Zusammensetzung- Wissenschaft-lerInnen aus Nordamerika, Australien, Europa( Finnland, Italien, Deutsch-land usw.) trafen mit ihren Forschungstraditionen, mit ihrem Verständnisvon Biographieforschung aufeinander.
Jeweils zwei bis drei Referate wurden um ein Thema gruppiert und untereinen Übertitel gestellt, manche dieser Titel- etwa ,, Artifice and Authen-ticity in Women's Writing" oder ,, Narratives of Illness and Dying"-- kehrtenmehrfach wieder und zogen sich wie rote Fäden durch das überreicheAngebot. Die Diskussionszeit war mit knappen zehn Minuten pro Beitragknapp bemessen- obwohl die Stimmung generell freundlich und entspanntwar und das Interesse groß, konnten kaum Gespräche zustande kommen;nach ersten allgemeinen Nachfragen war die Zeit stets schon wieder um.Zudem, einziges organisatorisches Manko, hatte man keine Moderationeingeplant.
Die Vielfalt der Beiträge mit unterschiedlichen Zugängen, theoretischenAnsätzen und Zielen, aus verschiedenen Gegenstands- und Fachbereichenergab ein Gewebe mit lebendiger Struktur: Lebensgeschichte bildete die