Österreichische Zeitschrift für Volkskunde
Band LVI/ 105, Wien 2002, 61-95
Literatur der Volkskunde
INSTITUT FÜR EUROPÄISCHE ETHNOLOGIE DER UNIVERSITÄTWIEN( Hg.): Volkskultur und Moderne. Europäische Ethnologie zur Jahr-tausendwende. Festschrift für Konrad Köstlin zum 60. Geburtstag am 8. Mai2000(= Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Ethnologie derUniversität Wien, Bd. 21). Wien, Selbstverlag des Instituts, 2000, 446 Sei-
ten.
Die Festschrift für Konrad Köstlin vereinigt 27 Beiträge von Kollegen undKolleginnen aus elf Ländern. Das Inhaltsverzeichnis ohne Untergliederungsuggeriert zunächst eine lose Reihung als Quodlibet der Gratulanten. Erstmit der stetigen Lektüre und dem Versuch, einen roten Faden als Längs-schnitt durch die Einzelbeiträge zu spannen, wird offensichtlich, dass imbreiten Spektrum der Aufsätze drei Schwerpunkte auszumachen sind. Sieliegen auf der Ebene wissenschaftsgeschichtlicher Prospektion in Fragennach den Auswirkungen der Moderne auf die sog. Volkskultur, in Fragen derkulturellen und ethnischen Identität sowie in einzelnen Fallstudien. DieRahmenbedingungen für die Leserschaft sind so stramm wie die solideBindung des Werkes. Wann auch immer man das Buch nicht fest in der Handhält, ist es bestrebt, zuzuklappen, während das komprimierte Layout vermut-lich zumindest von den jüngeren Lesern und Leserinnen, an optische Anreizezunehmend gewöhnt, einiges an Konzentration über die mehr als 400 Seitenfordert. Aber: Durchhalten wird belohnt! Den Herausgebern und Herausge-berinnen des Institutes, Olaf Bockhorn, Ilse Eisperger, Bernhard Fuchs.Hans- Jörg Liebscher, Reinhard Johler, Gertraud Liesenfeld, Klara Löffler,Herbert Nikitsch und Bernhard Tschofen ist es gelungen, dank der Ver-klammerung von ,, Volkskultur und Moderne" als Programm, eine Fest-schrift vorzulegen, in der sich die einzelnen Beiträge zu einer anregend-spannenden Bestandsaufnahme der ,, Europäische[ n] Ethnologie zur Jahr-tausendwende" zusammengefunden haben. Zu Beginn der titel würdigenZeitenwende hielt der Jubilar in Bamberg einen Vortrag gleichen Titels wieder seiner Festschrift, die wenige Monate später erscheinen sollte. Gehaltenaus Anlass der Verabschiedung von Klaus Guth aus dem Hochschuldienst,liegt er inzwischen in gedruckter Form vor und ergänzt den fachlichenDiskurs seiner Festschrift( BBV NF Jg. 2; 2000/2, S. 63–72). Seinen Aus-führungen stellt Köstlin drei Leitgedanken zur Seite:( 1) Volkskultur be-