Jahrgang 
105 (2002) / N.S. 56
Seite
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2002, Heft 1

Literatur der Volkskunde

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Ethnologia Balkanica. Journal of Balkan Ethnology, Bd. 1( 1997), 228Seiten, 4 Abb., 1 Karte; Bd. 2( 1998), 240 Seiten, 2 Tab.; Bd. 3( 1999), 208Seiten, 2 Abb., 1 Karte; Bd. 4( 2000), 208 Seiten. ,, Prof. Marin Drinov"Academic Publishing House, Sofia, Waxmann- Verlag, Münster, New York,ISSN 1111-0411.

Ein neues Periodikum vergleichender balkanischer Volkskunde ist anzuzei-gen, das es sich zur Aufgabe gestellt hat, die verschiedenen Methoden- undFachrichtungen der Kulturanalyse, wie amerikanische cultural anthropolo-gy, britische social anthropology, die rezente deutsche Volkskunde, dieEthnologia europaea, die französische Ethnologie, folkloristics und Ethno-graphie der Balkanvölker( in den ehemaligen Volksdemokratien wurdeüberall zwischen Folklore und Ethnographie unterschieden, während dergriechische Terminus ,, Laographia" etwa dem der deutschen Volkskundeentspricht) in einer ,, Balkanethnographie zusammenzubringen. Das Peri-odikum wird von der, Association for Balkan Anthropology" herausge-bracht, die 1995 in Sofia vom kanadischen Bulgaren Asen Balikci gegründetwurde und seit 1997 erscheint. Es reiht sich damit in die regionaleuropäi-schen Periodika Ethnologia Europaea( 1967 ff), Ethnologia Slavica( 1969 ff), Ethnologia Scandinavica( 1971 ff) und etwa AnthropologicalJournal on European Cultures( 1990 ff) ein und beschäftigt sich mit demgesamten südosteuropäischen Raum. Die ,, Association for Balkan Anthro-pology" hat 1996 im bulgarischen Bankja ihren ersten Kongreẞ abgehaltenund in Bukarest 1997 den zweiten. Mitherausgeber sind die BulgarischeAkademie der Wissenschaften und das Institut für Deutsche und Ver-gleichende Volkskunde in München. Die Zeitschrift erscheint dreisprachigin Englisch, Französisch und Deutsch. Viel mehr als eine bloße Aufzählungder Titel der Beiträge kann hier nicht gebracht werden.

A

Der erste Band bringt papers vom Kongreẞ in Bulgarien 1996 undunterteilt sich in drei thematische Einheiten. Die erste ist der Donau gewid-met: ,, The Danube- A Bridge of Cultural Interchange" und umfaßt insge-samt acht Studien: Cvetana Georgieva( Sofia) ,,, The Danube RiverBoundary of the Bulgarian Space in the 15th- 17th Centuries"( S. 11 ff), KlausRoth( München) ,,, Rivers as Bridges- Rivers as Boundaries. Some Reflecti-ons on Intercultural Exchange on the Danube( S. 20 ff.- wer denkt hiernicht an den zweiten Teil des hervorragenden Essays von Leopold Schmidt,,, Niemandsland. Die spielhafte Gestaltung des Weges durch das Unbetret-bare", Antaios 8, 1966, S. 72-96, auch in Volksglaube und Volksbrauch,Berlin 1966, S. 56-73, der den Flüssen als Grenzen und Brücken als Nie-mandsland gewidmet ist), Tatjana Civian- Mihailova( Moskau) ,,, The Danu-be Symbol of the Mythical Road and a Mythological Frontier"( S. 29 ff),