Jahrgang 
105 (2002) / N.S. 56
Seite
199
Einzelbild herunterladen
 

2002, Heft 2

Literatur der Volkskunde

199

99

Modeideale im 19. und 20. Jahrhundert; Katja Patzel- Mattern: ,, Volkskör-per" und ,, Leibesfrucht. Eine diskursanalytische Untersuchung der Abtrei-bungsdiskussion in der Weimarer Republik; Frank Becker: Der Sportler als,, moderner Menschentyp". Entwürfe für eine neue Körperlichkeit in derWeimarer Republik; Stefan Zahlmann: Vom Bonvivant zum Ironman. 100Jahre Männerkörper in der deutschen Konsumwerbung; Ulrike Thoms:Körperstereotype. Veränderungen in der Bewertung von Schlankheit undFettleibigkeit in den letzten 200 Jahren; Stefan Zahlmann: Vom Wir zumIch. Körper und Konfliktkultur im Spielfilm der DDR seit den 1960erJahren.

Susanne Breuss

Textil- Körper- Mode.(= Dortmunder Reihe zu kulturanthropologi-schen Studien des Textilen). Hg. v. Gabriele MENTGES u. Heide NIX-DORFF. Bd. 1+ 2. Dortmund, edition ebersbach, 2001. 304+ 254 Seiten,s/ w- Abb.

Seit 1991 besteht an der Universität Dortmund der Studiengang Verglei-chende Textilwissenschaft( kulturgeschichtlich), der sich aus kulturanthro-pologischer Perspektive mit der textilen Sachkultur beschäftigt. Die 2001eröffnete Reihe ,, Textil- Körper- Mode möchte den wissenschaftlichenErtrag dieses Studiengangs der Öffentlichkeit präsentieren, wie GabrieleMentges, seit 1996 Professorin am Institut für Textilgestaltung und ihreDidaktik/ Kulturgeschichte der Textilien, im Vorwort zum ersten Bandschreibt. Unter dem Titel ,, zeit.schnitte versammelt dieser erste Band dreiBeiträge, die aus Magisterarbeiten von Kerstin Kraft, Heike Willingmannund Heike Jenẞ hervorgegangen sind. Kraft beschäftigt sich mit der Ge-schichte der europäischen Schnittechnik und arbeitet dabei heraus, daß dieKunst des Zuschneidens weit mehr ist als eine handwerkliche Technik. DerZuschnitt bildet ein wesentliches Fundament der westlichen Kleidungskul-tur, ist Bestandteil des neuzeitlichen wissenschaftlichen Denkens und desmit ihm verbundenen Körperbildes und ermöglichte mit der körpermodel-lierenden Kleidung vor allem auch die kulturelle Artikulation von Ge-schlecht. Der Beitrag von Willingmann ist dem Umgang mit der Vergäng-lichkeit von Kleidung, der Einbettung und Verstrickung von Kleidung inpersönliche Lebenshorizonte und Lebensgeschichten gewidmet. Jenẞ unter-sucht die Bedeutung von Retro- Looks in Modedesign und Jugendkultur amBeispiel von Tom Ford, Anna Sui und den Mods. In beiden Beiträgen gehtes um das Verhältnis von Konsum- Laufzeiten der Mode und individuellen