2002, Heft 2
Literatur der Volkskunde
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te in einem größeren Umfang möglich und im Kontext erweiterter Frage-stellungen wird ihre Bedeutung für die Forschung zunehmend als relevanterachtet.
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Insgesamt hinterlassen diese beiden ersten Bände den Eindruck, daß mit„ Textil – Körper- Mode“ eine innovative und anregende Reihe ins Lebengerufen wurde, in der verschiedenste Fragen und Aspekte des Textilen in einembreiten kulturwissenschaftlichen Kontext analysiert und dargestellt werden.Susanne Breuss
KESS, Bettina( Hg. im Auftrag der Volkskundlichen Sammlungen derStiftung Schleswig- Holsteinische Landesmuseen Schloß Gottorf): Ge-schenkt! Zur Kulturgeschichte des Schenkens. Begleitbuch zur gleichnami-gen Ausstellung in Schleswig vom 9.12.2001 bis 3.3.2002. Heide, Westhol-steinische Verlagsanstalt, 2001, 172 Seiten, s/ w- Abb.
Der Sammel- und Begleitband zur gleichnamigen Ausstellung in SchloßGottorf ,, Geschenkt! Zur Kulturgeschichte des Schenkens" verbindet gleichmehrere literarische und wissenschaftliche Genres und ist somit für einebreite Gruppe von Lesern von Interesse. Zum einen ist dies ein schöngemachter Bildband, der mit hervorragenden Objektfotografien aufwartet.Zum anderen befriedigt er mit einer Vielzahl verschiedener Beiträge zu allenmöglichen Aspekten und Gelegenheiten des Schenkens die Wissbegierdevon populärwissenschaftlich an diesem Thema Interessierten. Gleichzeitighandelt es sich aber auch um ein für Kulturwissenschaftler relevantes Buch,da hier die wichtigsten Forschungsansätze zum Thema Schenken abgehan-delt, aber auch Analysen von insgesamt 29 Autorinnen und Autoren vorge-stellt werden. In ,, Geschenkt!" kann sowohl konzentriert gelesen als auchnur geschmökert werden.
Das Buch gliedert sich inhaltlich in zwei Teile. Im ersten Themenkom-plex sind unter dem Titel ,, Schenken – ein Kulturphänomen“ sechs in eherwissenschaftlichem Stil gehaltene Aufsätze subsumiert. Im zweiten, demumfangreicheren Teil werden in insgesamt 32 kürzeren Beiträgen in alpha-betischer Reihenfolge ,, Geschenkanlässe und Geschenktypen“ zum Themagemacht. Von ,, Abschiedsgeschenk“ und„, Jugendweihe“ über ,, Muttertag",„ Nikolaus“,„ Pralinen“,„, Selbstgemachtes“ und„, Trinkgeld" bis zu Va-lentinstag“ ,,, Weihnachten“ und„, Werbegeschenk" reicht die Palette der
Stichworte.
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In seinem Vorwort erläutert Herwig Guratzsch, leitender Direktor derStiftung Schleswig- Holsteinische Landesmuseen, die Intention des vorlie-