Jahrgang 
105 (2002) / N.S. 56
Seite
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ÖZV LVI/ 105

Schicksal der Mädchen und Frauen; sie setzte sich vehement für derenSchulung und Bildung ein, da gerade sie es waren, die einerseits unter denoben angesprochenen Umwälzungen und Veränderungen zu leiden hatten,die andererseits noch in das enge Korsett des durch die Verhaltensetiketteder gehobenen Gesellschaftsschichten geprägten geschlechtsspezifischenRollenverhaltens geschnürt waren.

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Insgesamt handelt es sich bei dem vorliegenden Bändchen um ein höchstlesenswertes Werk, das- vor allem durch die Originaltexte- neugierig, aberauch deutlich macht, daß so manche der darin geschilderten Miẞstände undMißverständnisse( besonders was soziale und geschlechtsbezogene Fragenbetrifft) immer noch mehr oder minder geheim- weiterbestehen, daßetliche Probleme keineswegs gelöst sind( siehe: neue Armut, Sozialdumpingetc.). Es handelt sich bei dem vorliegenden Buch somit um ein Werk, dasdurchaus Bezüge zur Gegenwart aufweist und welches gerade Frauen- dasBeispiel von Betty Paoli vor Augen- auch heutzutage Mut machen sollte,den Kampf um soziale Gerechtigkeit nicht aus den Augen zu verlieren.( EB)

KUCHEN, Elsbeth, Kaba ROESSLER( Hg.): Foto Schönwetter Glarus.Fotografien und 16- mm- Filme aus dem Nachlass Schönwetter 1897–1996.Näfels Zürich, Museum des Landes Glarus- Limmat, 2001, 144 Seiten,zahlreiche Abb.

Der Fotograf Johann Baptist Schönwetter( 1875–1954) war nach Wander-jahren Ende des 19. Jahrhunderts nach Glarus gekommen und hatte hier1903 ein Fotogeschäft übernommen, das in den folgenden Jahrzehntenkontinuierlich ausgebaut und erweitert wurde. Ab 1935 leitete sein SohnHans Jakob Schönwetter( 1906-1997) die Firma und später auch den ange-schlossenen Ansichtskartenverlag, die er bis 1975, letzteren sogar bis 1986weiterführte.

Das gesamte Archiv des Fotohauses Schönwetter kam 1996 als Schen-kung an das Museum des Landes Glarus: weit über eine halbe MillionNegative, Abzüge, Postkarten und Lichtbilder, dazu mehr als 250 16- mm-Filme, weiters Filme im 8- mm- Format sowie Tonaufnahmen und umfang-reiche Geschäftsunterlagen. Diese breit gefächerte kantonale Sammlung( mit einer Fülle von Porträts und Aufnahmen zu den Bereichen Landschaftenund Orte, Baudenkmäler und zeitgenössische Architektur, Verkehr undIndustrie, Arbeitswelt und Freizeit, regionale Politik und Militär) wurde inder Folge nach Sachbereichen geordnet und zum Teil EDV- mäßig inventa-risiert. Aus dem umfangreichen Material gestalteten die beiden Kuratorin-