Österreichische Zeitschrift für Volkskunde Band LVI/ 105, Wien 2002, 417-458
Chronik der Volkskunde
Verein und Österreichisches Museum für Volkskunde in Wiensamt Verein und Ethnographisches Museum Schloß Kittsee2001
Die Generalversammlung des Vereins für Volkskunde in Wien für dasVereinsjahr 2001 fand am Freitag, dem 8. März 2002, im ÖsterreichischenMuseum für Volkskunde statt. Die Veranstaltung war dieses Jahr von einerGedenksitzung für Leopold Schmidt, dessen Geburtstag( 15. März 1912)und Todestag( 12. Dezember 1981) sich zum 90. beziehungsweise zum 20.Mal jährten, umrahmt.
Direktor HR Hon.- Prof. Dr. Franz Grieshofer begrüßte bereits am Nach-mittag die zahlreich erschienenen Gäste, darunter die Tochter des Geehrten,Frau Dr. Regine Schmidt, und viele Weggefährten, Schüler und FreundeSchmidts. Er entschuldigte Prof. Dr. Leopold Kretzenbacher, den hochbe-tagten Jahrgangskollegen und Freund, der aus gesundheitlichen Gründennicht in der Lage war, seine Vortragszusage einzuhalten, und las einigePassagen aus dem 1983 im Almanach der Österreichischen Akademie derWissenschaften( 132. Jg.,[ 1982], 336-343) erschienenen Nachruf Kretzen-bachers auf Leopold Schmidt vor. Darauf folgten drei Vorträge, die dieBedeutung des Wissenschaftlers aus unterschiedlichen Perspektiven be-leuchteten. Mag. Herbert Nikitsch, Institut für Europäische Ethnologie derUniversität Wien, der bereits der übernächsten Forschergeneration nachSchmidt angehört, ihn aber noch als Universitätslehrer persönlich erlebt hat,zeichnete unter dem Titel ,, Die Lösung des Gordischen Knotens- oder:Volkskunde als Lebensstil?" ein subtiles Bild des singulären Wissenschaft-lers, der das in den Fünfzigerjahren darniederliegende Fach Volkskunde inÖsterreich neu zu orientieren suchte. Die Außensicht lieferte emer. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang, Brückner, Universität Würzburg, mit dem Beitrag,, Leopold Schmidt und das deutschsprachige Mitteleuropa“. Univ.- Prof. Dr.Herbert Zeman, Institut für Germanistik der Universität Wien, stellte inseinem Text ganz persönliche ,, Erinnerungen an Leopold Schmidt" in denVordergrund und würdigte besonders den künstlerisch- feinsinnigen Men-schen. Das Manuskript wurde von Margot Schindler vorgetragen, da Prof.Zeman an der Veranstaltung selbst nicht teilnehmen konnte.