2002, Heft 3+ 4
Literatur der Volkskunde
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Ein ,, Epimetron“( S. 139 ff.) veröffentlicht noch die übrigen Buchtitelaus dem Nachlaß von Emmanuel Christodulu- Hatzifilippu, vorwiegendreligiöse Bücher, Geschichten, Geographien, ein Werk zur Erlernung derfranzösischen Sprache, auch mehrere Druckheftchen von„, poiitarides".Diese alten Ausgaben der Bücher sind in einem eigenen Abbildungsteil( S. 154 ff.) noch optisch vorgestellt, worauf einige Farbbilder aus der Dorf-kirche erfolgen, in der die Handschrift aufgefunden wurde( S. 172 ff.).Beschlossen ist der sympathische Band von einer Übersichtskarte( S. 185),der Bibliographie( S. 187 ff.) sowie dem Bildnachweis( S. 191 ff.). Auchdieser Band beweist auf das anschaulichste die Sonderstellung, die Zypernin Bezug auf die Schriftlichkeit der Überlieferung der Volksliedtexte auf-weist, bzw. bezüglich des Umfangs der Lieder und des spürbaren Einflussesder Kirchentradition.
Walter Puchner
SAUNIER, G.: Ελληνικά δημοτικά τραγούδια. Συναγωγή μελετών( 1968-2000)[ Griechische Volskslieder. Zusammenstellung von Studien1968–2000]. Athen, Uranis- Stiftung, 2001, 583 Seiten, ISBN 960-7316-15-0.Die Athener Uranis- Stiftung hat sich entschlossen, die griechischen undfranzösischen( sowie eine englische) Studien von Guy( Michel) Saunier,Prof. für Neogräzistik an der Sorbonne, die einen Zeitraum von über 30Jahren umfassen, gesammelt herauszugeben. Die philologische Verantwor-tung der Ausgabe hat J. Andreiomenos übernommen, der auch die Indiceserstellt hat, die französischen Texte hat I. Boturopulu ins Griechischeübersetzt. Saunier ist wohl zur Zeit weltweit der beste Kenner des Griechi-schen Volksliedes, jener Forscher, der zahlenmäßig die meisten Varianten inden vor allem im Forschungszentrum der Griechischen Volkskunde derAkademie Athen, aber auch in vielen anderen Archiven gehorteten volks-kundlichen Handschriften eingesehen und studiert hat. Seine bisherigenMonographien zeugen davon, sowie von einer unprätentiösen einfühlsamenMethodik, die keiner der Modeströmungen zwischen Strukturalismus undDekonstruktion gefolgt ist. Die Sonderstellung, die Saunier vor allem inKontrastierung zur englischen und amerikanischen Forschung einnimmt,besteht am Festhalten an der„ philologischen“ Methode, die nach demStudium mehrerer zehntausender Texte zum Schluß kommt, daß es sehrwohl abgrenzbare Liedtypen gibt, zwar keine ,, Urfassung“, aber vollständi-ge und weniger vollständige Fassungen, intakte und„, zersungene“ Liedtex-te, daß man zwar mit keiner Stemma- Methode arbeiten aber doch typen-