Jahrgang 
105 (2002) / N.S. 56
Seite
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Literatur der Volkskunde

ÖZV LVI/ 105

HOFFMANN, Tamás: Európai Parasztok. Életmódjuk története(= Dieeuropäischen Bauern. Geschichte ihrer Lebensweise). 3 Bde. Budapest,Osiris- Verlag, 1998-2002.

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Der weit über die Grenzen seines Landes hinaus bekannte ungarischeAgrarethnograph Tamás Hoffmann war viele Jahre bis kurz vor der ,, Wende"Generaldirektor des zentralen Ethnographischen Museums in Budapest( Magyar Néprajzi Múzeum). Er hat diese Einrichtung als Wissenschaftlermit einer ausgeprägten interdisziplinären Orientierung geleitet und dabeiAusstellungen internationalen Charakters und gediegenen populärwissen-schaftlichen Anspruchs der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Er war Mit-glied zahlreicher internationaler Verbände und aktiver Mitgestalter dererKongresse. Wer ihn in seinem Office in dem prächtigen einstigen Justizpa-last wie der Rezensent oft- besuchte, war immer wieder von der Atmo-sphäre dieses Raumes, kleiner als das Sekretariat, beeindruckt: KlassischeMusik besonders solche von Mozart- war eine ständige, angenehm- de-zente Klangkulisse, und wo es einen freien Platz gegeben hätte, stapeltensich Bücher, Zeitschriften, Separata und Manuskripte. Die Frage des Besu-chers ergab sich von selbst: Zu welcher Thematik sammelte der Generaldi-rektor wohl Material, könnte er es je während seiner Museumsfunktionbearbeiten, gar publizieren? Die Antworten bezogen sich stets auf dieZukunft, und nur soviel war klar, dass Tamás Hoffmann eines Tages eineumfassende historisch- ethnographische Monographie über den europäi-schen Bauern schreiben wollte.

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Die Turbulenzen der 90er Jahre erlaubten aus mancherlei triftigen Grün-den auf beiden Seiten nicht mehr den engen persönlichen Kontakt wieehedem. Jeder wußte aber vom anderen, woran er arbeitete- und eines Tageslag der erste Band einer umfassenden Geschichte der Lebensweise deseuropäischen Bauern auf dem Tisch: ein voluminöses, reich illustriertesWerk aber in Ungarisch und ohne Resümee in einer anderen verständ-licheren Sprache. Auch der Rez. versteht diese Sprache nicht oder vermagungarische Studien zu lesen( ,, Leider will niemand ungarisch lernen,bedauerte T. H. in einem Begleitbrief zu seinen Büchern). Er, der Rezensent,hielt es aber für notwendig, die Fachwelt über das Erscheinen dieses opusmagnum wenigstens zu informieren, und das soll im Folgenden am Beispieldes von T. H. ins Deutsche übersetzten Inhaltsverzeichnisses der drei Bändegeschehen:

Der erste Band ist der Geschichte der, Arbeit gewidmet, die von,, Feldbauern und, Bauern" geleistet wird. Das ist eine bisher kaum be-kannte Differenzierung, die sich bezüglich der, Feldbauern in den vier