1997, Heft 1
Chronik der Volkskunde
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Photothek enthält aber nicht nur Forschungsphotos, sondern auch zu kom-merziellen Zwecken angefertigte Atelierphotos, Postkarten, Trachtenauf-nahmen als Fortführung der lithographischen Trachtenserien. F. Schnee-weis, Kittsee, informierte schließlich über das Schicksal der Ostabteilungdes Österreichischen Museums für Volkskunde nach dem Zweiten Welt-krieg. Exponate aus Galizien sind heute in der Schausammlung des Ethno-graphischen Museums Schloß Kittsee integriert.
In einem Abschluß- Roundtable wurden verschiedene Ideen zur Wieder-aufnahme der ehemaligen Fachbeziehungen diskutiert und mögliche Per-spektiven für eine neue ,, Ethnographie ohne Grenzen“ entwickelt. Zunächstist eine rasche Edition der Lemberger Vorträge in ukrainischer und deutscherSprache geplant. In weiterer Folge soll ein gemeinsames Ausstellungspro-jekt entstehen, welches die Galizien- Kollektion des Österreichischen Muse-ums für Volkskunde vor der Folie deren historischer Begründung in denBlick rückt. Weiters wurde auch der Wunsch nach einer Wanderausstellungmit einem gemeinsamen Thema geäußert. Auf allgemeine Zustimmung stießauch der Vorschlag, die Tradition der Expeditionen der Ševčenko- Gesell-schaft mit Teilnehmern aus allen beteiligten Ländern wieder aufzunehmen.Denkt man an die erfolgreichen diesbezüglichen Unternehmungen der Ta-tra- Alpy- Gruppe, so könnte man dieser Idee in geeigneter Besetzung durch-aus nähertreten.
Margot Schindler
Galizien in Bildern
Die Originalillustrationen für das„, Kronprinzenwerk"aus den Beständen des Bildarchivs derÖsterreichischen Nationalbibliothek
Sonderausstellung im Österreichischen Museum für Volkskundevom 18. März bis 1. Juni 1997
Kronprinz Rudolf hat sich mit der von ihm initiierten und gestalteten24bändigen Enzyklopädie„ Die österreichische- ungarische Monarchie inWort und Bild einer ihm politisch wie wissenschaftlich gleichermaßenwichtigen Aufgabe zugewandt. Er wollte den bereits sehr virulenten Natio-nalismen entgegenwirken und durch eine bessere gegenseitige Kenntnis derVölker Mißverständnisse abbauen und Solidarität und Verständnis begrün-den. Damit ist er auch einem gleichwertigen wissenschaftlichen Anliegender Zeit nach einer großangelegten Ethnographie des Landes nachgekom-
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