Jahrgang 
100 (1997) / N.S. 51
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1997, Heft 1

Literatur der Volkskunde

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deutet: ,, On pense que la terme est la déformation de Columcille." Mankönnte auch an einen griechischen Ausdruck denken.( L. weiß, daß das Wortfür Tirol belegt ist.)

Insgesamt enthält das Buch viel Anregendes und Aufschlüsselndes; es istgut systematisiert und so für einen anderen Raum eine wertvolle Ergänzungzu der Studie von Reinhold Werner ,, Nichtspanische Sprachelemente magi-scher Formeln in volkstümlicher kolumbianischer Literatur( EuropäischeVolksliteratur, 1980, S. 194 207).Felix Karlinger

Edith M. PRIELER, Volksschauspiel in Lassnitz. Textdokumentation undliturgie- theologischer Kommentar(= Im Kontext. Beiträge zu Religion,Philosophie und Kultur, 6). Anif/ Salzburg, Verlag Müller- Speiser, 1996, 294Seiten, 13 Abb.

Seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts gibt es eine Volksschauspielfor-schung in Österreich. Der Schlesier Karl Weinhold( 1823- 1901), der inGraz als Germanist gewirkt hatte, 1861 nach Kiel und später nach Berlinging, bleibt mit seinem Werk ,, Weihnacht- Spiele und Lieder aus Süd-deutschland und Schlesien( Graz 1853 und 1870; Wien 1875) richtungswei-send für die Erfassung jenes eigenartigen Gebildes ,, Volksschauspiel", dasaus gesprochenem und teilweise auch gesungenem Vers- und Prosawort, ausLiedgesang und Bewegung in ernstem Totentanz und drollig- einfältigemHirtenreigen besteht. Doch viele Szenen leben aus halbliturgisch verbliebe-ner Gestik und sind heute- wenn auch mit einigen Abstrichen wie Jahrhun-derte zuvor- eingebunden in einen überlieferten Darstellungsstil zu gleich-wohl nicht theatralischer Aufführung.

Daß besonders das Volksschauspiel der Steiermark eine so profundeErforschung erfahren konnte, verdanken wir vor allem den vielen Buch- undAufsatz- Publikationen Leopold Kretzenbachers, der sich seit seiner Disser-tation mit einer Untersuchung zum steirischen Volksschauspiel, die leiderim Kriege verloren ging, immer wieder mit dieser Thematik beschäftigte.Neben dem bereits zum Klassiker gewordenen Werk ,, Lebendiges Volks-schauspiel in Steiermark"( Wien 1951) erschienen vor wenigen Jahren seineausgewählten Aufsätze über ,, Leben und Geschichte des Volksschauspielesin der Steiermark"( Graz 1992) in Buchform, die in geistesgeschichtlich-kulturhistorischer Überschau dieses Forschungsgebiet umreißen.

In der vorliegenden, aus einer theologischen Diplomarbeit hervorgegan-genen Arbeit beschäftigt sich nun Edith M. Prieler mit dem Volksschauspielder beiden Dörfer Steirisch- und Kärntnerisch Laßnitz, wobei vor allem die