Jahrgang 
100 (1997) / N.S. 51
Seite
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1996, Heft 2

Literatur der Volkskunde

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Scottish Studies, die so interdisziplinär ist, wie die von Fenton vertreteneWissenschaft, die schon europäisch war, bevor sich( in Mitteleuropa) dasFach Europäische Ethnologie nannte.

Konrad Köstlin

BISWAS, Ramesh Kumar, MATTL, Siegfried, DAVIS- SULIKOWSKI, UI-rike( Hg.), Götterspeisen. Hrsg. vom Historischen Museum der Stadt Wien,New York, Springer- Verlag, 1997, 208 Seiten, etwa 300 z.T. farbige Abbil-dungen.

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Ob als Thema und Gegenstand oder als Perspektive und Gestaltungsprinzip:das Kulinarische hat Konjunktur und Tradition. Die vorliegende Begleit-publikation zur gleichnamigen Ausstellung in der Hermesvilla Wien( miteiner Laufzeit von einem Jahr, vom 20.3.1997 bis 1.3.1998) gehört zweifel-los in diese Kategorie. Der Band ist reizvoll aufgemacht. Es ist ein ästheti-sches und haptisches Vergnügen, ihn durchzublättern. Die zahlreichen Far-babbildungen sind von jener aufwendigen und ausgesuchten Schlichtheit,wie man sie heute aus teuren Kochbüchern kennt und genießt. Zumal dieGeschichte des Starters', vulgo: Statt eines Vorwortes', sollte man sichnicht entgehen lassen: Wie die Menschheit dazu kam zu kochen.

Ein kulinarischer Umgang auch ist künftigen Lesern dieses Bandes anzu-raten: also ein entspanntes Schmökern in den verschiedenen Textteilen, inden schönen Details. Mit der Lesehaltung des( Arbeits-) Alltags aberschnelle Information gesucht wird man Probleme haben. Beim Lesen

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dieses Katalogs ist mehr als ein gewisses Durchhaltevermögen vonnöten.Denn die Herausgeber sind im Textdesign neue Wege gegangen: Die Auf-sätze zum Thema und der Katalogteil mit Auflistungen und Erläuterungenzu den Objekten sind nacheinander angeordnet; ergänzt werden diese Textedurch die Begleittexte der Ausstellung, die eine Art von Klammer bildensollen zwischen den sozusagen externen und den internen Texten. DieseRaumtexte sind wie Spruchbänder über den einzelnen Aufsätzen aufgehängt.Der Leser hat also auf jeder Seite zwei unterschiedliche Textebenen vor sich,die inhaltlich nicht aufeinander bezogen sind. Nicht nur wer empfindlich istfür Typoskripte( für die Leit- Texte oben hat man Fettdruck, für die Grund-Texte unten eher eine feinere Schrifttype ausgewählt), wird Schwierigkeitenhaben, am Text zu bleiben.

Gerade bei der Lektüre der Begleittexte aber braucht es Einiges anKonzentration. Diese nämlich sind in einer ambitionierten, doch keineswegskonzisen Wissenschaftssprache abgefaßt. Wovon hier im Schwerpunkt dieRede ist, das verliert man- zwischen relativ ausführlichen Zitaten aus