Jahrgang 
100 (1997) / N.S. 51
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Literatur der Volkskunde

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asiatischen Figur dieses Typs vermitteln. Weiter zu verfolgen wäre unteranderem das bei uns teilweise heute noch lebendige Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtum der Feuer-räder am 17. Januar, dem Fest des Heiligen.

Felix Karlinger

NIŞCOV, Viorica, A fost de unde N- A fost. Basmul popular românesc. Excurscritic şi texte comentate. Humanitas Bucureşti, 1996, 443 Seiten.

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Viorica Nişcov ist in der Nachfolge des unvergeßlichen Spezialisten OvidiuBîrlea wohl eine der besten Märchenkennerinnen Rumäniens. So darf manvon vornherein hohe Ansprüche an dieses Buch stellen und sie werdenauch erfüllt. Die kritische Einleitung umfaßt 90 Seiten, dicht gefüllt mitwichtigen und handbuchartigen Lehrstücken. Alles beginnt mit einer Ge-schichte der zahlreichen Sammlungen, die ja in Rumänien sehr früh einge-setzt haben. Der älteste Text reicht bis ins Jahr 1797 zurück.

Der zweite Großabschnitt beschäftigt sich mit der Forschung zur Volks-literatur in Rumänien, ebenfalls ein bedeutendes Gebiet. Das hängt unteranderm auch damit zusammen, daß die frühe rumänische Literatur entwedertheologische Funktion besessen hat oder volkstümliche Quellen weiterleitete.

Im nächsten Abschnitt setzt sich die Autorin mit der Frage ,, Basmul capractică şi reprezentare( Das Märchen in der Praxis und in der Darstellung)auseinander. Dabei kommt es vor allem zu Analysen typischer Märchenge-stalten, etwa den sehr unterschiedlichen Drachen- und Teufelsfiguren. Eben-so wird auf die Anfangs- und Schlußformeln des rumänischen Märchenseingegangen, die verglichen mit den westeuropäischen Erscheinungsformenein viel breiteres Ausspinnen zeigen. Besondere Aufmerksamkeit wendetNişcov neben dem Zaubermärchen dem Tiermärchen zu, das in ihrer Land-schaft erstaunlich lebendig geblieben ist.

Anschließend an diese breite Einführung wird eine Bibliographie( 8 Sei-ten) geboten, wie sie in so vollständiger Form bisher nicht erreichbargewesen ist.

Weiters folgen 58 Märchentexte in sorgfältiger Ausgabe, d.h. in Berück-sichtigung der einzelnen Quellen und dialektalen Formulierungen. Die An-merkungen hierzu stehen praktischerweise jeweils am Schluß jedes Mär-chens. Sie enthalten nicht nur die Nummern des Typus, sondern informierenüber ihr Verbreitungsgebiet und die bisherigen Analysen und Kommentare.Begonnen wird mit dem fragmentarischen Text von 1797, den der Schreiberdieser Zeilen in seinem mit Ovidiu Bîrlea herausgegebenen Band rumäni-scher Märchen ebenfalls an die Spitze gestellt hat, zumal er die verschieden-