Jahrgang 
100 (1997) / N.S. 51
Seite
273
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1996, Heft 2

Literatur der Volkskunde

273

sten Aspekte des Märchens

enthält.

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mit Weisheitsproben und Rätselcharakter

Das zweite Märchen- ,, Die goldenen Kinder"- wird sowohl in deutscherSprache veröffentlicht, wie es Schott 1845 herausgegeben hat, wie auch inrumänischer Übersetzung. Die Autorin verfolgt dann die Spur dieses Mär-chens bis herauf in unsere Tage. Die Kette der Texte kann hier nicht weiterverfolgt werden, doch muß man sagen, daß die Sammlung Altes und Neuesmiteinander verbindet; so ist beispielsweise der letzte Text 1975 aufgenom-men worden.

Es ist noch zu betonen, daß der Druck des Buches sehr sorgfältig und gutzu lesen ist, was leider für manche andere volkskundliche Bücher Rumäni-ens des letzten Jahrzehnts nicht gelten darf. Der Band bedeutet wissenschaft-lich eine Bereicherung und es wäre zu wünschen, daß er auch in deutscherSprache erscheinen könnte.

Felix Karlinger

PETROPULOS, Ilias, Υπόκοσμος και Καραγκιόζης[ Underground undKaragiozis]. Athen, Nefeli- Verlag, 1996, 260 Seiten, zahlreiche Abb. aufTaf. und im Text.

Der in Paris lebende Volkskundler und Kulturforscher der griechischenUnterschichten Ilias Petropulos greift im Sinne einer ,, alternativen Erfor-schung gewöhnlich nach Themen, die bis vor wenigen Jahrzehnten nochaußerhalb des Forschungsinteresses der akademischen Disziplin ,, Volkskun-de" in Griechenland gestanden haben: Stadtvolkskunde, rezente Volkskun-de, Arbeiter- und Unterschichtenvolkskunde, Randgruppen, Sandlermilieuusw. Er hat in eigenen Abhandlungen Thematiken aufgegriffen wie ,, Diebs-regeln", Jargon der Unterwelt, der türkische Kaffee in Griechenland, Ge-fängnisvolkskunde, der Schnurrbart, zum Haschisch- Rauchen, zum Um-gang mit Läusen, das Bordell, rebetika- Lieder, zur Fustanella, Stühle undSessel, die Bohnensuppe, Gitter, Stöcke, das Fenster, Kioske usw. Dieseheute schon etwas nostalgischen Materialsammlungen sind durchaus erfri-schend und unkonventionell, freilich nicht immer frei von Tendenziosität,und haben durch den Gang der Zeit etwas von ihrer erfrischenden Unkon-ventionalität und tabubrechenden Direktheit eingebüßt. Seit 1968 sind ebendoch fast dreißig Jahre vergangen.

Vorliegender Band stellt die 8. Auflage eines Büchleins dar, das zuerst1978( des Weiteren 1979, 1980, 1982, 1985, 1988, 1990) erschienen ist undsich offensichtlich großer Beliebtheit erfreut hat( vgl. meine Anzeige inSüdost- Forschungen 38, 1979, 492 f.). Der Hauptteil der Studie ist im