Jahrgang 
100 (1997) / N.S. 51
Seite
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1997, Heft 3

Literatur der Volkskunde

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Gebrauch der Allegorie. Die( nicht mehr in diese Studie gehörende) Fragebleibt offen, ob ,, Nachklänge der jesuitisch- barocken FM in den auch vonLiedsang und Kleinstszenen begleiteten, Christenlehren der Zeit Maria-Theresias( reg. 1740 1780) feststellbar sind, vielleicht auch im volksba-rocken geistlichen ,, Volksschauspiel".

Leopold Kretzenbacher

KRPATA, Margit, Maximilian WILDING( Hg.), Das Blatt im Meer:Zypern in österreichischen Sammlungen. Begleitbuch zur Sonderausstellungdes Ethnographischen Museums Schloß Kittsee( Burgenland). Kittsee,Selbstverlag des Österreichischen Museums für Volkskunde/ Ethnographi-sches Museum Schloß Kittsee 1997( Kittseer Schriften zur Volkskunde/ Ver-öffentlichungen des Ethnographischen Museums Schloß Kittsee, Heft 8).312 Seiten, 57 ein- und mehrfarb. Abb. auf Taf. und im Text, 2 Karten.

Unter den vielen Katalogen der Sonderausstellungen des ÖsterreichischenMuseums für Volkskunde und seiner Außenstellen darf dieser mit Engage-ment und Kenntnis zusammengestellte stattliche Band mit dem ,, poeti-schen" Titel über die Sachbestände vom Eiland der Aphrodite in Österrei-chischen Sammlungen eine Sonderstellung einnehmen, da der Versuch derDokumentation praktisch in alle Sparten von Kultur und Geschichte hinein-reicht und einer interessierten Leserschaft ein breites Informationsspektrumbietet. Die Beziehungen Österreich- Zypern haben auch weniger bekannteSeiten, die man gerne zur Kenntnis nimmt. Elftausend Jahre ist nun diedrittgrößte mediterrane Insel, Asien und Afrika vorgelagert, bewohnt, zuerstvon frühgeschichtlichen Kupferproduzenten, dann von Phöniziern be-herrscht, Assyrern, Ägyptern, Persern, Ptolemäern, Römern, späterhin By-zantinern, Arabern, den Kreuzfahrern( Richard Löwenherz überläßt die Inselden Lusignans), Genuesen, Venezianern, Türken, schließlich den Englän-dern, bis 1960 nach langen Befreiungskämpfen die Republik ausgerufenwurde; seit 1974 ist der Nordteil der Insel von den Türken besetzt- einewahrhaft wechselhafte Geschichte. Die österreichischen Zypernsammlun-gen gehören zu den umfangreichsten im deutschsprachigen Raum. Über dieGeschichte dieser Sammlungen und ihr Zustandekommen berichtet über-blickshaft Maximilian Wilding in der Einleitung( S. 7 12).

Der Reigen der Sachbeiträge, alle mit Fußnoten, Literaturangaben, Bib-liographie und vielfach optischem Begleitmaterial reichlich versehen, be-ginnt mit Polychronis Enepekidis, der über, Österreicher und deutscheZypernforscher 1800 1914( S. 13- 21) berichtet, ein Beitrag, der auf ein