Österreichische Zeitschrift für Volkskunde Band LI/ 100, Wien 1997, 493- 512
Galizien in der Photothek des Österreichischen Museumsfür Volkskunde
Franz Grieshofer
Während für die Illustration des Galizien- Bandes der ,, Öster-reichisch- ungarischen Monarchie in Wort und Bild" die be-deutendsten lokalen Künstler die Vorlagen für die Xylogra-phien liefern, bedient sich die Ethnographie/ Anthropologiebereits des neuen Mediums der Photographie. So beginntMichael Haberlandt, der 1896 vor dem„, Camera- Club derAmateurphotographen" einen Vortrag über„ Die Photogra-phie im Dienste der Volkskunde" hält, parallel zur Objekt-sammlung im Österreichischen Museum für Volkskunde kon-sequenterweise auch mit dem Aufbau einer Photothek. In demBeitrag werden die Art der Erwerbung, der Umfang und Stel-lenwert der photographischen Bilddokumente aus Galizienbeleuchtet.
Graphik versus Photographie
Die Gründung des Österreichischen Museums für Volkskunde fällt indie Zeit der Herausgabe des Epochalwerkes ,, Die österreichisch- un-garische Monarchie in Wort und Bild“. Beide, Museum wie die nachihrem Initiator Kronprinz Rudolph allgemein als ,, Kronprinzenwerk"bezeichnete Enzyklopädie, verfolgen das gleiche Ziel. Sie möchtendie Kenntnis über die in der Monarchie vereinigten Länder und überdie darin wohnenden Völker vermehren. Während sich das ,, Kron-prinzenwerk" bemüht, Landschaft, Geschichte, Wirtschaft, Kunstund Kultur einer interessierten Leserschaft literarisch nahe zu brin-gen, versucht das Museum mit einer Präsentation vergleichbarer,realer Zeugnisse aus dem Bereich der Volkskultur auf die gemeinsa-men Wurzeln und regionalen Besonderheiten hinzuweisen.
Zur Veranschaulichung der Texte verwenden die Herausgeber derEnzyklopädie Illustrationen, die von den bedeutendsten Künstlern