Jahrgang 
100 (1997) / N.S. 51
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Chronik der Volkskunde

DEMOS Internationale Ethnographische und

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Folkloristische Informationen

ÖZV LI/ 100

Gesamtredaktionskonferenz, Bratislava 21./22. November 1997Anläẞlich seiner Redaktionskonferenz, die am 21./22. November 1997 inBratislava stattgefunden hat, soll hier ,, DEMOS", das deutschsprachigeReferateorgan für volkskundliche Literatur v.a. Osteuropas, der hiesigenFachöffentlichkeit wieder ins Gedächtnis gerufen werden. Eine solche Er-innerung scheint nötig, denn trotz ihres nunmehr fast vierzigjährigen Be-standes ist diese Zeitschrift zu wenig bekannt, und die Auslieferungen derletzten zwei Jahre( Band 32 und Band 33: Heft 1 und 2) sind in keinerösterreichischen Bibliothek zu ermitteln. Wie man hört, ist die Situation inanderen Ländern ähnlich- auch in jenen, die im editorial board von DEMOSvertreten sind. Das verwundert nicht bei einer Auflage von gezählten 200Stück und angesichts der Tatsache, daß der Vertrieb, auch nach Aussage desbei der Tagung anwesenden Verlagsvertreters, an Effizienz zu wünschenübrig läßt: Mit Übernahme des DEMOS bis 1990 vom Akademie- VerlagBerlin( Ost) verlegt- durch ,, Gordon and Breach Science Publishers. Har-wood Academic Publishers" anno 1993 wurden die bestehenden Tauschver-träge aufgekündigt. Einladungen zum weiteren( nun aber entgeltlichen)Bezug erreichten die zuständigen Bibliothekare kaum. Zudem war DEMOSzwei Jahre lang( 1991/92) nicht erschienen.

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Die organisatorische Problematik, mit der DEMOS konfrontiert ist, bil-dete so einen Angelpunkt der vom Institut für Ethnographie der Slowaki-schen Akademie der Wissenschaften organisierten und vom Österreichi-schen Ost- und Südosteuropainstitut( Außenstelle Bratislava) finanziellmitgetragenen Tagung, auf der freilich auch Fragen einer künftigen inhalt-lichen Struktur diskutiert wurden- Fragen, wie sie auf prinzipieller Ebenewissenschaftlichem Rezensionswesen inhärent sind.

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Was die organisatorischen Probleme anlangt, verdankt DEMOS diese vorallem seiner Geschichte und Entwicklung, die hier kurz rekapituliert sei. Als,, DEMOS Volkskundliche Informationen wurde die Zeitschrift 1960gegründet und vom damaligen ,, Institut für deutsche Volkskunde an derdeutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin" als Gemeinschaftsun-ternehmen mit den Instituten für Folkloristik und Ethnographie an denAkademien der Wissenschaften bzw. den Ministerien für Kultur in Albanien,Bulgarien, Polen, Rumänien, der Sowjetunion, der Tschechoslowakei undUngarn herausgegeben. Ab dem 4. Jahrgang( 1963) in ,, DEMOS- Ethno-graphische und folkloristische Informationen umbenannt, diente das Organeiner auf knappen Inhaltsreferaten aufgebauten Dokumentation volkskund-licher Literatur in den sozialistischen Ländern Europas, wobei es einerdetaillierten Systematik gehorchte, die im Jahre 1970 wesentlich erweitert