Jahrgang 
100 (1997) / N.S. 51
Seite
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Literatur der Volkskunde

ÖZV LI/ 100

Tätige eine informative und anregende Pflichtlektüre und darüber hinaus füralle aufschlußreich, die sich in irgendeiner Weise mit der Frage der Reprä-sentation von Geschlecht in der Produktion und Vermittlung von Kulturge-schichte beschäftigen.

Susanne Breuss

Anmerkung

1 Vgl. Breuss, Susanne: Internationales Symposion: Die Macht der Anordnung.Museen und Ausstellungen im Geschlechterdiskurs. In: Österreichische Zeit-schrift für Volkskunde, XLIX/ 98, 1995, H. 2, S. 200 204.

SCHWÄRZLER, Regina, Rosa BEER, Vorarlberger Bäuerinnen kochen.Einfach gute Rezepte. Innsbruck, Edition Löwenzahn, 1994, 207 Seiten,Abb.

In der gegenwärtigen Kochbuchlandschaft bilden Rezeptsammlungen natio-naler und regionaler Küchen die beiden größten Gruppen, zahlenmäßig sindsie kaum mehr zu überblicken. Die Auseinandersetzung mit der regionalenKüche reicht bis ins frühe 19. Jahrhundert zurück, seit den 70er Jahrenunseres Jahrhunderts wird der Kochbuchmarkt mit Regionalspezifika gera-dezu überschwemmt. So wie jedes Kochbuch ein Kind seiner Zeit ist,entwickelte sich auch die Sparte ,, Regionalkochbuch vor dem jeweiligengesellschaftlichen Hintergrund. In den letzten Jahren scheint die ,, Europäi-sierung Europas bzw. einzelner europäischer Länder zu einem zentralenBeweggrund für die Propagierung regionaler Küchen avanciert zu sein.Regionale Speisetraditionen spielen in den Debatten über die Wahrungregionaler Identitäten in einem wirtschaftlich geeinten Europa eine wichtigeRolle.

Die Diskussion über die Bedeutung regionaler- und Trinkkultur( en)gewann mit Österreichs Aufnahme von EU- Beitrittsverhandlungen auchhierzulande eine neue Qualität. Hatte man zuvor regionale und lokaleErnährungstraditionen eher historisierend und nostalgisierend ins Spiel ge-bracht( nicht zuletzt in der Tourismus- und Lebensmittelwerbung), so rücktenun die aktuelle Bedeutung des Essens und Trinkens für die Wahrungregionaler bzw. nationaler Identität ins Zentrum der Aufmerksamkeit. DieEU mit ihrem freien Warenverkehr und einem abweichenden Lebensmittel-recht erschien vielen buchstäblich als eine Bedrohung für Leib und Seele.Das Eigene vor ,, europäischer Gleichmacherei" zu Schützende- verkör-