Jahrgang 
100 (1997) / N.S. 51
Seite
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Literatur der Volkskunde

ÖZV LI/ 100

reiteten Speisen. Als Illustration dienen also nicht Symbole für eine vergan-gene Welt, wie dies in vielen nostalgisierenden Kochbüchern gehandhabtwurde, sondern anschauliche, realitätsgetreue Abbildungen der jeweiligenSpeisen.

,, Vorarlberger Bäuerinnen kochen" ist in einer auf zehn Bände angelegtenReihe der Edition Löwenzahn erschienen, in der die zeitgenössische bäuer-liche Küche der österreichischen Bundesländer sowie Südtirols vorgestelltwird. Für eine vergleichende volkskundliche bzw. kulturwissenschaftlicheNahrungsforschung bietet diese Edition also umfangreiches und interessan-tes Quellenmaterial. Da zumindest im eingesehenen vorliegenden Band-viele Rezepte zum Nachkochen animieren, versprechen die Bücher einendoppelten Nutzen: sie werden gewiß ihren Weg vom Schreibtisch in dieKüche finden.

Susanne Breuss

PESCHEL- WACHA, Claudia, Mit dem Gefühl der Hände. Zeitgenössi-sche Töpfer in Niederösterreich.(= Kataloge des österreichischen Museumsfür Volkskunde, Band 69). Wien, 1997, 118 Seiten, zahlr. Abb.

Claudia Peschel- Wacha hat bereits in der Bearbeitung historischer Keramikeinen Namen und sich unlängst mit bewundernswürdiger Ausdauer anZiegel und Ziegelbrennerei gewagt- ein zugegebenermaßen recht sprödesThema, das aber beim näheren Hinsehen durchaus interessant und spannendsein kann.

Nun zeigt sich das Talent Peschel- Wachas wiederum auf einem Gebiet,das in der Keramikforschung kein großes Thema darstellt: der zeitgenössi-schen Töpferei mit ihren Produkten. Mit dieser Publikation ist ihr eininformatives, übersichtliches und klar gegliedertes Werk gelungen, das demFachmann und dem Interessierten gleichermaßen einen guten Einstieg in dasTöpfereiwesen unserer Tage anbietet. Präsentiert wird die Studie als Kata-log, der vom Österreichischen Museum für Volkskunde in einer Ausstattungherausgegeben wird, die zum Lesen geradezu einlädt.

Niederösterreich ist ein Gebiet mit einer ehemals beachtlichen Keramik-produktion, die lange zurückreicht und während der Barockzeit in hoherBlüte stand. Im 19. Jahrhundert verloren hier wie auch andernorts traditio-nelle Töpfereierzeugnisse allmählich ihre Bedeutung. Dies ist der Zeitpunkt,zu dem das Interesse der Österreichischen Volkskunde an diesem Handwerkeinsetzt, sich jedoch in ihrer Bearbeitung ein zeitliches Limit um die Mittedes 20. Jahrhunderts setzt. Das Österreichische Museum für Volkskunde hat