Jahrgang 
100 (1997) / N.S. 51
Seite
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Literatur der Volkskunde

ÖZV LI/ 100

Beispiele, welche der Sänger Günther Zerbes, teilweise sogar in den Origi-nalsprachen, zum Besten gab. Der Festabend endete stilvoll in der Hof-zuckerbäckerei Dehmel und bereitete- wie auch das besprochene Buch-wirkliches Vergnügen.

Margot Schindler

Anmerkungen

1 Irene Kohl, Emil Brix: Galizien in Bildern. Die Originalillustrationen für das,, Kronprinzenwerk" aus den Beständen der Fideikommißbibliothek der Österrei-chischen Nationalbibliothek.(= documenta ethnographica 2) Wien, Verein fürVolkskunde 1997, S. 7- 10.

2 Die österreichisch ungarische Monarchie in Wort und Bild. Wien 1885- 1902.

KRASBERG, Ulrike: Kalithea. Männer und Frauen in einem griechi-schen Dorf. Frankfurt am Main/ New York, Campus Verlag, 1996, 256Seiten, 16 Abb.

Die Zeiten sind vorbei, da es der Frauenforschung vor allem anderen darumzu tun war, dem Eigensinn weiblichen Alltagshandelns nachzuspüren, die-sem Eigensinn Geschichte und Resonanz zu geben. Nach den Erfahrungenund Problemen mit einer erklärtermaßen parteilichen Frauenforschung er-weiterte frau/ man die Perspektive: Heute hat es um die Geschlechterkon-struktion zu gehen und damit um die Frage nach der Geschichte, der Kulturund der Topographie der jeweiligen Konstruktionen von Männlichkeit undWeiblichkeit.

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Auch die Marburger Ethnologin Ulrike Krasberg setzt sich mit denunterschiedlichen kulturellen Mustern der Zweigeschlechtlichkeit auseinan-der. Das in der hochindustrialisierten westlichen Welt geltende Modell unddie ,, Ausgrenzung des Weiblichen und der weiblichen Domäne aus derGesamtgesellschaft( S. 50) sind die Folie ihres Argumentierens. Mit dervorliegenden Ethnographie eines griechischen Inseldorfes als Habilitati-onsschrift eingereicht- tritt Krasberg den Gegenbeweis an: Ihr Anliegen istes ,, zu zeigen, wie in einer traditionellen, patrizentrisch strukturierten Dorf-gemeinschaft Mann und Frau eine ebenbürtige Stellung innehaben und diegesellschaftlich gelebte Dualität der Geschlechter- als die Existenz einermännlichen und einer weiblichen Domäne- keineswegs bedeutet, daß einGeschlecht( auch nicht das weibliche) marginalisiert und unterdrückt wird"( S. 17).