Jahrgang 
100 (1997) / N.S. 51
Seite
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1997, Heft 4

Literatur der Volkskunde

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,, griechische Kulturkontinuität von der Antike bis zur rezenten Volkskulturdes Staates Griechenland( S. 230, kritische Anmerkung zu M. Alexiou, Theritual lament in Greek tradition. Cambridge 1974) zu monopolisieren, wiedies manche Forscher tun, aus einem beschränkten Informationshorizontheraus. Er ist in der Lage zu erkennen, wann und in welchen Fällen solchePhänomene die nationalen Grenzen überschreiten; zum anderen ist er aberaus dem umfangreichen Sachwissen heraus in der Lage was die wissen-schaftliche Berechtigung des übergeordneten Blickwinkels darstellt, dievoreiligen und häufig nicht ausreichend informierten Pauschal- Kritiker dergriechischen Laographie und ihrer komplexen Kontinuitätsproblematik ih-rerseits zu kritisieren( wie z.B. Damianakos, Beaton, Herzfeld, Alexiou u.a.,vgl. S. 256ff.), die im Zuge der Ideologiekritik älterer Arbeiten gleich dasKind mit dem Bade ausschütten und allen Phänomenen jegliche weiterrei-chende historische Dimension absprechen.

M. G. Meraklis

CSOMA, Zsigmond, Szőlészeti, borászati hagyományok, a megújulás ésközösség kötelékében( Im Band der Weinbau- Traditionen, der Erneuerungund der Gemeinschaft)(= Centrál- Europa Alápítványi Könyvek 3). De-brecen Budapest, Institut für Volkskunde der Universität Debrecen- Cen-trál- Európa Alapítavány, 1994/95, 487 Seiten, Abb., dt. Zusammenfassung( S. 465- 487)

Der Autor, Universitätsdozent und leitender Mitarbeiter des UngarischenLandwirtschaftsmuseums in Budapest, der österreichischen Volkskunde seitseiner Zeit als Herder- Stipendiat an der Universität Wien verbunden, be-schäftigt sich seit beinahe zwanzig Jahren intensiv mit dem Weinbau inUngarn und in angrenzenden Gebieten. Seine einschlägigen und auch fürOstösterreich bedeutsamen Untersuchungen haben in Ausstellungen, inmehr als zwanzig Publikationen und nunmehr in diesem gewichtigen Bandihren Niederschlag gefunden, in dem- erst ein Untertitel des Buches verrätes nicht nur das( west) ungarische Winzerwesen vom Ende des 17. bis zumBeginn des 20. Jahrhunderts in seiner gesamten Entwicklung dargestellt,sondern auch und vor allem auf diesbezügliche Beziehungen, Einflüsse undKonflikte zwischen Transdanubien und Europa eingegangen wird. Basie-rend auf seinen langjährigen Forschungen sowie umfangreichen Archiv- undLiteraturstudien( allein die Bibliographie umfaßt dreißig Seiten) zeigt derAutor u.a., wie unter dem Einfluß der französischen, deutschen und öster-reichischen Fachliteratur, ungarischer Experten und des ,, Georgikon", der