Jahrgang 
99 (1996) / N.S. 50
Seite
93
Einzelbild herunterladen
 

1996, Heft 1

Chronik der Volkskunde

93

ten!) weiterzugeben, die es in ihrem Land nach dem ,, Schneeballsystem"interessierten Benützern in einer Gesamt- oder Teilkopie zur Verfügungstellen können.

Weiters wurden auf der Arbeitstagung Informationen vermittelt und Mög-lichkeiten erörtert hinsichtlich des ,, Raphael"-Förderungsprogrammes derEuropäischen Union zur Bewahrung des Kulturerbes( Näheres dazu im,, NET"-Bulletin). Ein letztes Beratungsthema war schließlich die Angliede-rung des ,, Netzwerkes der europäischen volkskundlichen/ ethnographischenMuseen" als Arbeitsgruppe des Internationalen Komitees der Ethnographi-schen Museen( ICME) an den Internationalen Museumsrat( ICOM). DieserAngelegenheit kam in Hinblick auf eine entsprechende Beschlußfassung inder Geschäftssitzung von ICME anläßlich der Generalkonferenz in Bukaresteine besondere Bedeutung zu.

Klaus Beitl

Academia Istropolitana, Institut für höhere Studien in BratislavaNeue Initiative im Schulwesen und in der Wissenschaft

Die neuen politischen Verhältnisse nach der Wende 1989 in der ehemaligenCSFR hatten viele neue Aktivitäten auch im Bereich des Schulwesens undder Wissenschaft hervorgerufen. Seit November 1990 arbeitete in Bratislavaeine kleine Gruppe von Intellektuellen mit dem Ziel, ein Institut für höhereStudien mit internationaler Beteiligung aufzubauen. Das neue Institut sollteinterdisziplinäre postgraduelle Programme, kurzfristige Kurse und Sommer-schulen speziell in solchen Fächern oder Themen anbieten, die unter demehemaligen kommunistischen Regime vernachlässigt oder sogar negiertwurden. Man faßte den Entschluß, die zukünftigen Lehrveranstaltungen inEnglisch durchzuführen, um eine gemeinsame Sprache für Studenten undProfessoren, die aus verschiedenen Ländern Europas und von Überseekommen werden, zu haben.

Das neue Institut wurde Academia Istropolitana genannt, zu Ehren derersten akademischen Institution in dieser Region, die 1465 von KönigMathias Corvinus in Bratislava gegründet worden war. Mehrere weltbe-kannte Wissenschaftler waren an dieser mittelalterlichen Universität tätig,wie z.B. der Erfinder der Trigonometrie Regiomontanus. Obwohl die ur-sprüngliche Academia Istropolitana Ende des 15. Jahrhunderts zu existierenaufhörte, blieb sie ein wichtiger Teil der Geschichte.

Die heutige Academia Istropolitana begann ihre Tätigkeit 1991 mit einerReihe von Sommerschulen. Im Studienjahr 1992/93 folgten die ersten ein-