Jahrgang 
99 (1996) / N.S. 50
Seite
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1996, Heft 1

Chronik der Volkskunde

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zen und überschreitet diese selten. Girtlers Wort von den wissenschaftlichen,, Geheimbünden" hat an Aktualität womöglich gewonnen, nämlich da, woman in dem Bewußtsein, optimal an alle kommunikationstechnischen Netzeangeschlossen zu sein, die einfacheren Netze, nämlich die disziplinärenNachbarschaften, vernachlässigt. Das skizzierte Kultur- Symposion ist danur ein, wenn auch signifikantes Beispiel. Auch für die Volkskunde oder fürdie Geschichtswissenschaft gilt, daß die Forderung nach Interdisziplinaritätnoch immer allzu sporadisch in konkrete Forschungsarbeit umgesetzt wird.Auch diesen Disziplinen sei ins Stammbuch geschrieben, die Chance, dieTagungen dem Austausch zwischen den benachbarten Fachwissenschaftenbieten besser als bislang geschehen, zu nutzen.

Klara Löffler

Bericht vom 28. Internationalen Hafnerei- Symposiumdes Arbeitskreises für Keramikforschung

vom 3. bis 7. Oktober 1995 in Zürich

Das 28. Treffen des Arbeitskreises für Keramikforschung führte die bis zu75 Teilnehmer aus 10 Ländern( Deutschland, Lettland, Österreich, Rumäni-en, Rußland, Schweiz, Slowakische Republik, Spanien, Tschechische Repu-blik, Ungarn) in Zürich zusammen. Dank der engagierten, minutiösen Vor-bereitung und Planung von Barbara Messerli aus Zürich, nicht zu vergessenihre Mitarbeiterin Nadine Berg, und Ernst Fehr aus Bern konnte ein vollesProgramm angeboten und erfolgreich durchgeführt werden. Dahinter ver-steckt sich zusätzlich und für die Teilnehmer unübersehbar die tatkräftigeHilfe der Museumsleiter und wissenschaftlichen Mitarbeiter in den besuch-ten Museen in Winterthur, in Heimberg, in Thun und Zug, ohne derenEngagement alle guten Absichten nicht zum gelungenen Ablauf der Exkur-sionen beigetragen hätten, wobei hinzuzufügen ist, daß das fast immersonnige Wetter einen zusätzlichen Teil zum Gelingen beigetragen hat.

Der Bericht kann meist nur schlagwortartige Hinweise geben. Nachdem dieHerausgabe eines Symposiumsbandes aus den letztlich allgemein bekanntenfinanziellen Schwierigkeiten noch nicht gesichert erscheint, ist es sinnvoll, beiInteresse mit den Autoren/ Innen direkten Kontakt aufzunehmen.

Das Thema des Treffens lautete ,, Fayencen und ihre Vorläufer in Euro-pa. Überraschend viele der Referate( ca. 14 von 28 mit Überschneidungenzu den angrenzenden Warengruppen) widmeten sich diesem Bereich. Miteinem stark historisch- technologisch orientierten Beitrag ,, Fayenceentwick-lung und Fayenceindustrialisierung in Europa am Beispiel der weißglasier-ten iberischen Keramik führte Uwe Mämpel( Lemwerder) in das General-