Jahrgang 
99 (1996) / N.S. 50
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Literatur der Volkskunde

ÖZV L/ 99

Regionalisierungstendenzen oder auf die großen ökonomischen und ökolo-gischen Probleme der letzten beiden Jahrzehnte bis hin zu den Verschiebun-gen in Wahlverhalten und Parteienlandschaft hätte durch konsequentereVerfolgung strukturellen und kulturellen Wandels im Gesamtstaat mancheargumentative Schwachstelle vermieden werden können.

Daß sich in einem Sammelband auch Texte finden, die man an andererStelle schon gelesen hat( auch ausführlicher und besser bearbeitet), wirdman nicht zum Vorwurf erheben können, daß aber die angestrebte Pluralitätmit bisweilen mühsamer Repetetivität und selbst ansatzweiser Widersprüch-lichkeit bezahlt wurde, ist nicht unbedingt als Entgegenkommen an denLeser zu werten und hätte der besseren Redaktion bedurft. Und noch zweischwerwiegende Mankos für ein Buch, das ansonsten wohl das Zeug zumHandbuch hätte, sind zu konstatieren: Der Band enthält zwar eine hervorra-gende Gesamtbibliographie, aber weder Notizen zu den Autoren der Beiträ-ge noch Register.

Bernhard Tschofen

Encyklopédia l'udovej kultúry slovenska. Bratislava, VEDA vydava-tel'stvo Slovenskej akadémie vied/ Ústav etnológie Slovenskej akadémievied, 1995. 2 Bände, 455 und 418 Seiten, zahlreiche s/ w- Abb. und 19 Tafelnmit zahlreichen Farbbildern. ISBN 80-224-0234-6.

Nach der Veröffentlichung des Ethnographischen Atlas der Slowakei( Etno-grafický atlas slovenska[ EAS]) vor fünf Jahren ist es Fachwissenschaftlernder Volkskunde/ Ethnologie der Slowakei gelungen, im Rahmen des Ethno-logischen Instituts der Slowakischen Akademie der Wissenschaften einzweites großes Werk der wissenschaftlichen Synthese auf dem Gebiet derVolkskultur der Slowakei zu vollenden und den Fachleuten im In- undAusland wie auch einem breiten kulturwissenschaftlich interessierten Publi-kum in die Hand zu legen.

Der Enzyklopädie der slowakischen Volkskultur kommt wie dem Ethno-graphischen Atlas der Slowakei der hohe Rang eines Grundlagenwerkes zurErschließung und Darstellung des kulturellen Reichtums der Slowakei zu.In dem für uns überblickbaren Bereich der einzelnen europäischen Volks-kunden/ Ethnologien steht- sieht man ab vom gleichgearteten, geradezumonumentalen Lexikon der ungarischen Volkskunde( Magyar néprajzi lexi-kon, 5 Bände, 1977- 1982) keinem anderen Land ein vergleichbaresNachschlagewerk zur Verfügung. Das bedeutet, daß die 142 Mitarbeiter derEnzyklopädie, die, so ist anzunehmen, annähernd die Gesamtheit der gegen-wärtigen scientific community der Volkskundler/ Ethnologen in der Slowa-

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