Jahrgang 
99 (1996) / N.S. 50
Seite
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Chronik der Volkskunde

ÖZV L/ 99

Computer und Museum. Neue Initiativen und Programme

Am 14. und 15. März 1996 fand ein vom Österreichischen Nationalkomiteevon ICOM und dem Historischen Museum der Stadt Wien organisiertesSeminar zum Thema, Computer und Museum statt. Vorgestellt wurdenneue Entwicklungen im Bereich der Museumsinformatik ebenso wie bereitsin Verwendung stehende Programme verschiedener Wiener Museen. Allge-mein zum Thema ,, Museumsinformatik referierte Univ.Doz. Dr. WalterKoch vom Institut für Informationsmanagement, Graz. Multimedia- Funk-tionen, grafische Bedienermöglichkeiten, Vernetzungen sowie Zugang zuInternet charakterisieren unter anderem den heute möglichen Einsatz derelektronischen Datenverarbeitung in Museen. Internationale Museumsver-netzungsprogramme und spezifische Projekte fördern eine intensivere Zu-sammenarbeit über nationale Grenzen hinweg. Koch stellte die praktischeNutzung von Internet für Museen und Museumsorganisationen vor und gabkurz Einblick in das vom eigenen Institut entwickelte Museumsinformati-onssystem ,, IMDAS, das weiter unten vorgestellt werden soll.

Eine Einführung ins Internet, die Erklärung der Begriffe, Möglichkeitenund Grenzen gab Univ.Lektor Prof. Dr. Manfred Wöhrl von der Versuchs-anstalt für Datenverarbeitung. Er wies insbesondere auf Sicherheitsfragen,Eigentümerrechte und mögliche Gefahren des grenzenlosen Datenverkehrs

hin.

Die praktische Nutzung von Internet stellten Mag. Robert Reitbauer undMatthias Opitz vom Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig vor. Bereitsseit eineinhalb Jahren können Informationen über Aktivitäten des Museumsper Internet abgerufen werden. Als Zielgruppen analysierten die Referentenzum überwiegenden Teil Akademiker und Studenten. Wichtig für einenerfolgreichen Einsatz ist die Entwicklung von Marketingstrategien für dieeigenen Internet- Seiten, um den vorwiegend unterhaltungsorientierten Be-nutzern entsprechend gestaltete Informationen zu bieten. Eine eingerichtete,, Black- Box" des Museums Moderner Kunst ermöglicht die unmittelbareKommunikation mit den Internet- Nutzern und das ,, Black- Board" bietetvor allem Schulen Informationen über spezielle Veranstaltungen.

Dr. Reinhard Pohanka vom Historischen Museum der Stadt Wien stelltedas Objektverwaltungs- und Ausstellungsmanagementsystem ,, CMB- Stora-ger" vor, das sich seit kurzem im Einsatz befindet. Aus einer ursprünglichenAnwendung für Kunsthändler entwickelte das Historische Museum mit derSoftwarefirma CMB in einjähriger Arbeit eine Museumsversion. Kenn-zeichnend sind die sechs vorgegebenen Datenbanken Objekte, Personen,Ereignisse/ Orte, Literatur, digitale Bilder und OLE- Dokumente, zwischendenen jeweils Relationen hergestellt werden können. Für die Eingabe kannneben zwei Standardformularblättern ein drittes Formular individuell erstellt